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Russland, Syrien oder USA: Wer ist der Sieger?

Triumph, Trick oder Slapstick: Die Interpretationen der jüngsten Wendung gehen weit auseinander

Welt Online: „Sollten die Russen ihren Vorstoß ernst meinen, Assads C-Waffen unschädlich machen zu wollen, könnte Barack Obama sich in den kommenden Monaten jenen Friedensnobelpreis verdienen, den er vor knapp vier Jahren voreilig zugesprochen bekam. ... Obamas energisches Dringen auf einen Militärschlag hat eben doch bei den richtigen Adressen Eindruck gemacht, in Syrien und vor allem in Moskau.“

taz.die Tageszeitung: „Die Irrungen der Syrien-Politik dieser US-Regierung sind außenpolitischer Slapstick – allerdings bringen sie niemanden zum Lachen. … Es wäre ein Treppenwitz, wenn aus Kerrys losem Mundwerk mit russischer Unterstützung noch eine Chance würde. … Obama hätte erreicht, was er vorgibt, erreichen zu wollen, und stünde dennoch da wie ein Trottel.“

BILD: „Jetzt hat Syriens Diktator Assad US-Präsident Barack Obama (52) offenkundig ausgetrickst – mithilfe seiner russischer Verbündeten! … Russland-Experte Rahr: ‚Obama ist in der Falle, er wird sich diesem Vorschlag nicht entziehen und vorerst keinen Militäreinsatz befehlen können.‘ … Obamas Plan, das Regime in Damaskus militärisch zu bestrafen, steht vor dem Scheitern.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Kerrys Wort, dass damit ein Militärschlag verhindert werden könne, ist nun einmal in der Welt. Natürlich wird Amerika mit dem Risiko rechnen, dass Assad nur einen Bluff versucht. Doch auffällig ist, dass Damaskus sich auf Russland als Urheber des Vorschlags beruft. Das könnte bedeuten, dass auf dem G-20-Gipfel über das Thema gesprochen worden ist.“