Präsentation

Die telefonierende Uhr

Samsung besetzt mit der „Galaxy Gear“ eine neue Gerätekategorie

Am liebsten hätte Samsung am Mittwochabend im Berliner Tempodrom seinem Erzfeind Apple wohl entgegen gerufen: „Wir sind schon da.“ Doch die Manager aus Südkorea haben es sich am Ende doch verkniffen, als sie ihre erste Smart Watch präsentierten. Zumindest das Kopieren kann man ihnen nun nicht vorwerfen. Noch bevor Apple seine iWatch fertig hat, wagt sich Samsung mit einer eigenen Kreation vor. Die „Galaxy Gear“ nimmt per Drahtlos-Funktechnik Bluetooth Kontakt zum Smartphone auf und zeigt unter anderem Nachrichten und Anruferkennung an.

In diesem Jahr zeigte Samsung kurz vor Start der Internationalen Funkausstellung (Ifa) die „Galaxy Gear“ und das „Galaxy Note 3“, das mit einem 5,68 Zoll Display im Grunde ein Phablet ist, womit eine Kategorie zwischen Smartphone und Tablet umschrieben wird. Doch vor allem die „Galaxy Gear“ dürfte für Aufmerksamkeit sorgen. Berichten zufolge arbeiten auch Google und Apple an solchen Uhren, doch offenbar plant Apple eine Einführung erst im kommenden Jahr. Ähnlich wie die Smart Watch von Sony ist auch die „Galaxy Gear“ vor allem eine Fernbedienung für das Smartphone. So zeigt sie den Namen des Anrufers an, wenn er im Telefonbuch steht. Kurznachrichten, Kalendereinträge und E-Mails lassen sich auf der Uhr lesen, ohne dass das Smartphone dafür angefasst werden muss. Sie erscheinen aber auch zeitgleich auf dem Smartphone-Display, was Samsung Smart Relay nennt. Anrufe können per Sprachbefehl gestartet werden. Die Techniker haben sich einiges einfallen lassen. So kann die Uhr Anrufe annehmen, die auf dem Smartphone ankommen. Dafür muss die Hand nur zum Ohr geführt werden. Am Armband sind Mikrofon und Lautsprecher untergebracht.

Samsungs digitaler Assistent heißt S Voice und funktioniert ähnlich wie Siri bei Apple. Auch Samsungs Gerät kann so etwa nach dem Wetter gefragt werden. Das Gerät hat ein 1,63 Super Amoled Display (4,1 Zentimeter Diagonale) mit scharfen 278 Bildpunkten pro Zoll, das berührungsempfindlich ist. Die Smartwatch wiegt knapp 74 Gramm und hat eine 1,9-Megapixel-Kamera für Fotos und Videos im Armband. Die Batterie-Laufzeit soll 25 Stunden betragen. Für die „Galaxy Gear“ wird es einen eigenen Appstore geben, für den Entwickler Anwendungen schreiben können. Die Uhr hat mehrere Sensoren, darunter einen Schritt- und Beschleunigungsmesser und einen Kreiselkompass.

Die Uhr, die es in sechs Farben geben wird, funktioniert den Angaben zufolge nur mit Samsung-Smartphones wie dem neuen Note 3. Für das Galaxy 2 und Galaxy 3 soll es Software-Updates geben. Das Note 3 und die „Galaxy Gear“ sind ab 25. September in 149 Ländern verfügbar, ab Oktober dann weltweit. Preise für die Geräte wurden nicht genannt.