Verkehr

Von Klimaanlagen, langsamen Türen und Lieferproblemen

In den vergangenen Jahren sind bei Fernzügen der Deutschen Bahn regelmäßig die Klimaanlagen ausgefallen, wenn die Temperaturen gestiegen sind.

Inzwischen hat der Konzern vor allem in den ICE-2-Zügen die Klimaanlagen austauschen lassen, sodass die Fahrgäste auch bei der Hitze der vergangenen Monate offiziell kaum schwitzen mussten. Wer häufig auf Fernstrecken unterwegs ist, hat allerdings festgestellt, dass mitunter ganze Wagen eines ICE wegen einer ausgefallenen Klimaanlage gesperrt sind. Und es gibt noch einige Probleme.

Hochwasser Wohl mindestens bis Jahresende ist nach dem Elbe-Hochwasser eine Brücke der ICE-Strecke Berlin-Hannover bei Stendal gesperrt. Der Fernverkehr wird teils über Wittenberge, teils über Magdeburg oder Erfurt umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich. Unklar ist bisher, wie stark die Strecke unter der Flut gelitten hat. Immerhin hat die Bahn einen belastbaren Notfahrplan erstellt. Darunter leidet allerdings auch die private Konkurrenz im Regionalverkehr. Weil der Fernverkehr über die Umleitungsstrecken rollt und Vorrang hat, müssen die Regionalzüge oft warten. Drastisch sind die Folgen beim RE2 (Wismar–Berlin–Cottbus), den die Odeg betreibt. Dort ist nur noch etwas mehr als jeder zweite Zug pünktlich.

Türen Einen ganz anderen Grund hat der schlechte Pünktlichkeitswert (62 Prozent) des RE7 (Dessau–Berlin–Wünsdorf–Waldstadt). Die Türen der neuen Triebzüge vom Typ Talent II öffnen sich zu langsam. Wegen neuer Sicherheitsauflagen gehen sie erst auf, wenn die Trittstufe zum Bahnsteig vollständig ausgefahren ist. Das dauert bis zu 20 Sekunden, nervt die Fahrgäste und bringt den Fahrplan regelmäßig durcheinander. Eine Gruppe von Experten der Deutschen Bahn, des Herstellers Bombardier und des VBB soll nun eine technische Lösung für das Problem finden.

Züge Im Fernverkehr wartet die Bahn auf neue ICE-Züge. Bestellt sind sie bei Siemens. Allerdings hat der Konzern es bisher nicht geschafft, die 16 Züge fertigzustellen. Geliefert werden sollte Ende 2011. Siemens gibt technische Probleme als Grund an und klagt über das aufwendige Zulassungsverfahren. Auch beim Hersteller Bombardier hat die Bahn bestellt: 27 Doppelstockzüge, geplante Lieferung Ende 2013. Daraus wird nichts, derzeit ist Ende 2014 anvisiert.

Unflexibilität Zweieinhalb Stunden lang haben ICE-Fahrgäste im Wiesbadener Hauptbahnhof ausharren müssen, bis sich ihr Zug wieder in Bewegung setzte. Der Grund: Der Lokführer hatte Feierabend, seine Ablösung saß wegen Unwetter in einem anderen Zug fest. Der Lokführer sei nach Hause gegangen, weil er nach dem Ende seiner Schicht aus Sicherheitsgründen nicht habe weiterfahren dürfen, sagte ein Bahnsprecher. „Bild“ zitierte die Durchsage für die Fahrgäste: „Wir sind abfahrbereit. Aber der Lokführer ist nach Hause gegangen.“ Der Zug war bereits umgeleitet worden und hatte in Wiesbaden schon eineinhalb Stunden Verspätung.