Sonntagsfrage

Umfrage: Union erneut leicht im Aufwind

Die Unionsparteien sind im aktuellen ARD-Deutschlandtrend erneut leicht im Aufwind.

Der Umfrage von Infratest Dimap zufolge verbessert sich die CDU/CSU um einen Punkt auf 42 Prozent. Ihr Koalitionspartner FDP verharrt allerdings mit vier Prozent unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Im rot-grünen Lager verliert die SPD einen Punkt auf nun 25 Prozent, die Grünen verbessern sich um einen Punkt auf 14 Prozent. Die Linke bleibt bei sieben Prozent. Klare Mehrheitsverhältnisse im Bundestag zeichnen sich damit nicht ab. Rechnerisch möglich wären eine große Koalition oder ein Bündnis aus CDU/CSU und Grünen.

Anders als das Institut Infratest Dimap sieht Emnid die FDP zwei Monate vor der Bundestagswahl die FDP über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Freidemokraten können einen Punkt zulegen und kommen erstmals seit über einem Jahr auf sechs Prozent. Die Union muss hingegen einen Punkt abgeben und erreicht 40 Prozent. Ebenfalls einen Prozentpunkt weniger erzielt mit 25 Prozent die SPD. Jeweils einen Punkt gewinnen Grüne (13 Prozent) und Linkspartei (8 Prozent) hinzu. Damit kommen sowohl Schwarz-Gelb, als auch Rot-Rot-Grün zusammen auf 46 Prozent. Nicht im Bundestag vertreten wären die Piratenpartei mit drei Prozent (minus eins) und die AfD mit zwei Prozent (plus eins).

Anders sieht das Umfrageinstitut Forsa die Lage: Vor dem Hintergrund der Spähaffäre ist die Piratenpartei nach längerer Schwächephase offensichtlich wieder im Aufwind. Im „Stern-RTL-Wahltrend“ verdoppelten die Piraten ihren Stimmenanteil von zwei auf vier Prozent. Sie würden damit allerdings den Einzug in den Bundestag weiterhin verfehlen.

Für die Union werden in der Forsa-Umfrage erneut 41 Prozent vorhergesagt. Die SPD verliert einen Punkt auf 22 Prozent, die Grünen zwei Punkte auf nun zwölf Prozent. Die Linke legt um einen Punkt zu auf neun Prozent, die FDP verharrt bei fünf Prozent. Die schwarz-gelbe Koalition könnte demnach mit zusammen 46 Prozent eine Mehrheit im Bundestag erreichen, sofern die FDP den Wiedereinzug ins Parlament schafft und die Piratenpartei nicht.

Während viele Politiker bereits Wahlkampf für die Bundestagswahl am 22. September machen, geht Kanzlerin Angela Merkel in den Urlaub – die Deutschen gönnen es ihr. Emnid sagten 85 Prozent der Befragten, die 59-Jährige habe sich in diesem Jahr ihren Urlaub verdient. Unter den Unionswählern waren es sogar 96 Prozent. Zwölf Prozent der Befragten meinten hingegen, sie habe sich den Urlaub nicht verdient.

Merkel-Raute in Bayreuth

Merkel und ihr Mann Joachim Sauer gehen traditionell mit Beginn der Bayreuther Opern-Festspiele für etwa drei Wochen in die Sommerpause – und dieses Jahr ist die Kanzlerin endgültig in die Operngeschichte eingegangen. Als Besucherin der Bayreuther Festspiele ist Angela Merkel ja schon länger bekannt. Aber nun ist sie erstmals auch auf der Bühne berücksichtigt worden. Zumindest ihre typische Geste, die an Daumen und Fingerkuppen vor dem Bauch zusammengehaltenen Hände, die berühmte „Merkel-Raute“. Eine Haltung, die genauso untrennbar mit ihr verbunden ist wie das Wort „alternativlos“.

Regisseur Jan Philipp Gloger hat diese Geste neu in seinen „Fliegenden Holländer“ eingebaut, der am Donnerstagabend die 102. Bayreuther Festspiele eröffnete. Gloger zeigt in seiner Inszenierung eine Menge Banker und Manager, uniformiert mit grauen Dreiteilern, geistlos und gierig. Und die wichtigsten von ihnen, die, die etwas auf sich halten, gefallen sich in der unverbindlichen, sterilen Pose der zusammengelegten Hände. Das Erkennungszeichen einer namenlosen, gleichgeschalteten Elite. Eine kleine kapitalismuskritische Gemeinheit auf Kosten der eisernen Kanzlerin Merkel, die wie üblich in der Königsloge des Festspielhauses saß.