Serie: Spitzengespräche

Jim Rakete: Fotograf mit Faible für Gesichter

Der gebürtige Berliner Jim Rakete ist einer der renommiertesten deutschen Fotografen.

Bekannt ist er für seine spezielle, überwiegend durch eine raue Schwarz-Weiß-Fotografie geprägte Bildästhetik.

Schon während der Schulzeit arbeitete der mittlerweile 62-Jährige, dessen Eltern beide beim Rias waren, frei für Tageszeitungen und Magazine. Er war 1968 als Polizeireporter für die „BZ“ unterwegs und arbeitete für die „Bunte“, bevor er 1977 das Foto- und Kreativstudio Fabrik Rakete gründete, das unter anderem Plattencover entwickelte. Rakete, der hugenottische Vorfahren hat, war Manager wichtiger Bands der Neuen Deutschen Welle (unter anderem Nina Hagen Band, Spliff, Die Ärzte, 35 Goldene und Platin-Schallplatten). Sein Name bleibt aber besonders mit Nena verbunden, die er in der Fabrik zuerst als Sekretärin engagierte und in den ersten Jahren ihrer Karriere managte sowie immer wieder fotografierte. Bald galt er als „Prominentenfotograf“, weil viele der Menschen, die er porträtierte, sehr berühmt wurden. Quentin Tarantino, David Bowie und Mick Jagger zählen ebenfalls dazu.

Ab 1987 konzentrierte sich Rakete, der nach Aufenthalten in Los Angeles und Hamburg seit 2001 wieder in seiner Heimatstadt in Wilmersdorf lebt, auf die Porträtfotografie und widmete sich zunehmend Politikern beziehungsweise politischen Themen. Zuletzt fotografierte und interviewte er gemeinsam mit dem Autor Moritz Rinke junge Menschen in Istanbul – wenige Tage vor Ausbruch der Proteste. Diese Momentaufnahmen einer Generation werden derzeit in Istanbul ausgestellt, danach kommt die Sammlung nach Berlin.