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Amerikaner in Berlin – die wichtigsten Fakten

Einwohner 14.395 Amerikaner leben in Berlin. Weitere 6110 haben einen US-Migrationshintergrund. 1964 lebten nur rund 2500 US-Amerikaner in West-Berlin.

Zuzüge Berlin ist in der Gunst der Amerikaner gestiegen. Zogen 2004 noch 2277 von ihnen nach Berlin, waren es 2011 schon 4846. Ein Grund für den Zuwachs ist die wachsende Berliner Start-up-Szene. Statt in das teure Gründer-Mekka San Francisco zieht es viele gut ausgebildete US-Berufsanfänger heute in unsere Hauptstadt.

Botschafter Seit 2009 ist der Bostoner Philip D. Murphy US-Botschafter in Berlin. Der Diplomat ist mit Jon Bon Jovi befreundet, deutsche Musik hört er aber auch. Erst kürzlich wurde er bei einem Konzert der Baden-Württemberger Pop-Band Pur gesichtet.

Gastronomie Der Amerikaner is(s)t weniger kitschig, als man denkt. Auf Amerikanisch getrimmte Diner haben deutsche Inhaber. Original amerikanisches Essen gibt es nur in weniger stereotyp eingerichteten Restaurants wie „The Bird“ am Falkplatz oder dem „Nalu Diner“ an der Dunckerstraße (beide Prenzlauer Berg).

Demokraten Seit 1997 gibt es die „Democrats Abroad“. Mindestens einmal im Monat treffen sich um die 30 Exil-Demokraten im Restaurant „Max und Moritz“ (Kreuzberg). Ihr Ziel ist es vor allem, im Ausland lebende Amerikaner zu ermutigen, sich für die Wahlen registrieren zu lassen. Wie viele Mitglieder sie haben, darf Vorstand David Knutson, ein ehemaliger Opernsänger, nicht sagen. Nur so viel: Es sind mehr als in den meisten anderen Landesverbänden.

Republikaner Die circa 30 Berliner „Republicans Abroad“ treffen sich unregelmäßig. Ihr Koordinator, ein deutscher Unternehmer, will nicht genannt werden. Und: Die Hälfte der Berliner Anhänger der Grand Old Party sind Deutsche. Der Koordinator erklärt das so: Er liebe eben einfach Politik und Amerika.

Elite Hinter gusseisernen Toren und umgeben von einem perfekt getrimmten Rasen liegt am Wannsee die American Academy. Die von dem Philosophen Gary Smith geführte Einrichtung hat sich der Beziehungspflege von Amerikanern und Deutschen verschrieben. Seit 1998 gastieren hier Künstler, Politiker und Journalisten aus den USA für Kurzbesuche oder Stipendien. So schrieb etwa Jeffrey Eugenides hier Teile seines mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Romans „Middlesex“.

Wohnort Die meisten Amerikaner leben in Berlin noch immer dort, wo bis Anfang der 90er-Jahre die Alliiertensiedlungen waren: In Steglitz-Zehlendorf wohnen 2874 Berliner mit US-Staatsbürgerschaft. Auf Platz zwei liegt Charlottenburg (2702 US-Amerikaner), auf Platz drei Friedrichshain mit 2057 Exil-Amerikanern.

Vereine Die Amerikaner verarbeiten hier ihr Heimweh, die Deutschen ihr Fernweh: In Berlin gibt es etliche deutsch-amerikanische Vereine. Beim 1962 gegründeten German-American Women’s Club of Berlin wird zum Beispiel gemeinsam Englisch gesprochen und Bridge gespielt, und USArt Berlin.org setzt sich für die Vernetzung hier lebender US-Künstler ein.