Staatsbesuch

Begehrte Tickets: 6000 Gäste dürfen Obama live erleben

Bis zuletzt machte das Auswärtige Amt ein ziemliches Staatsgeheimnis aus der alles entscheidenden Frage.

Wer steht drauf auf der Gästeliste bei Barack Obamas Rede vor dem Brandenburger Tor? Das hing auch damit zusammen, dass lange nicht abschließend klar war, wie viele Zuhörer man tatsächlich auf dem Pariser Platz unterbringen kann.

Zunächst war tagelang von gut 4000 Gästen die Rede, am Dienstag korrigierte die Bundesregierung die Zahl aber dann wenige Stunden vor Obamas Ankunft deutlich nach oben. Wie ein Sprecher der Berliner Morgenpost unter Bezugnahme auf die vorläufige Gästeliste sagte, dürfen die Rede nun rund 2000 Menschen mehr erleben als ursprünglich geplant, also insgesamt 6000. Die Vergrößerung des Auditoriums ist in enger Abstimmung mit der Regierung in Washington erfolgt.

Die Angaben zu den Eingeladenen bewegten sich bislang im Allgemeinen. Neben der Politik aus Bund und Ländern sind Vertreter des Diplomatischen Korps und der Wirtschaft gesetzt. Es ging aber auch darum, ein breites Spektrum der Gesellschaft zu repräsentieren, weshalb junge Menschen von Schulen und Universitäten ebenfalls bedacht wurden. Auch der Berliner Senat bekam ein Kontingent an Einladungen offeriert.

Warnung vor der Hitze

Die Besucher wurden vom Veranstalter sogar schon vor dem heißen Wetter am Mittwoch gewarnt. „Bitte denken Sie an Sonnenschutz und Regencape, da es keine Schattenplätze bzw. Unterstellmöglichkeiten gibt“, heißt es in einer E-Mail. „Wasserspender werden bereitgestellt.“ Handtaschen, Rucksäcke, Dosen und Flaschen dürfen nicht mitgenommen werden, genauso wenig wie „Regenschirme oder andere sperrige Gegenstände“.

Für wie viele Berliner Persönlichkeiten Plätze bereitstehen, verriet das Auswärtige Amt nicht. Neben aktiven und ehemaligen Politikern seien Organisationen und Einrichtungen, die einen Amerika-Bezug haben, angeschrieben worden, darunter der Verein „Atlantik Brücke“, das Berliner Amerika-Haus und das Diplomatische Korps.

Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß sagte: „Ich freue mich schon sehr auf seinen Besuch und seine Rede am Brandenburger Tor. Als US-Präsident begeistert er viele Menschen in unserem Land. Hope und Change sind immer noch mit ihm verbunden. Berlin ist auch der beste Ort in Europa, um über den Wert von Freiheit und Frieden zu sprechen. Raed Saleh, der SPD-Fraktionschef, sagte im Scherz: „Ich gehe hin, wenn ich durch die Sicherheitskontrolle komme.“ Auch Kai Wegner, Generalsekretär der Berliner CDU, ist voller Erwartung: „Ich gehe fest davon aus, dass Präsident Obama eindrucksvolle Worte finden wird, um die historisch gewachsene deutsch-amerikanische Freundschaft angemessen zu unterstreichen.“

Neben Vertretern der großen Parteien kamen auch Piraten wie Martin Delius zum Zuge: „Ich halte es mir noch offen, ob ich hingehen werde oder nicht“, sagte er. Es werde aber interessant sein zu hören, ob er auf Probleme wie den „Prism“-Datenskandal eingehen wird. Berliner Gesellschaft ist ebenfalls auf den Pariser Platz geladen. So erhielten sowohl Charité-Chef Karl Max Einhäupl als auch Unfallkrankenhaus-Chef Axel Ekkernkamp eine Einladung. Einhäupl ist verhindert, Ekkernkamp will auf jeden Fall kommen.