Bundestagswahl

Das Wunsch-Kabinett

Wenn es nach den Führungskräften geht, hätte die schwarz-gelbe Koalition ganz offensichtlich auch nach dem Wahltag Bestand. Denn nur ein einziger Ministerposten würde nach dem Ergebnis einer Umfrage unter Deutschlands Spitzenmanagern an den Kandidaten einer Oppositionspartei gehen. Die Manager durften sich ihre Traumbesetzungen für die verschiedenen Kabinettsposten aussuchen. 194 der befragten Führungskräfte haben sich beteiligt. Natürlich ist das Ergebnis dieser Befragung nicht repräsentativ, schon weil den Managern eine gewisse Nähe zu den bürgerlichen Parteien nachgesagt werden kann. Und doch ist das Ergebnis bemerkenswert und vielleicht auch richtungsweisend.

Denn gleich mehrere Minister der amtierenden schwarz-gelben Koalition müssten nach dem Willen der befragten Führungskräfte ihre Posten räumen. Zu dürftig erscheint offenbar die Bilanz ihrer bisherigen Tätigkeit. Umgekehrt erkennen die Manager Kompetenz außerhalb des von ihnen präferierten politischen Spektrums an. Für einen Ministerposten würde es allerdings nur für den SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier reichen, den sich die Topmanager sogar mit absoluter Mehrheit als Bundesaußenminister wünschen. Vielleicht ändert sich ja auch die ein oder andere Bewertung noch, denn gewählt wird erst in 100 Tagen. Bis dahin kann sich der ein oder andere Politiker noch profilieren.