Obama

Ein Besuch zwischen Blumenpracht und Datenskandal

Die jährliche Sommerbepflanzung im Charlottenburger Schlossgarten wird gerade rechtzeitig fertig.

Am Freitag setzen die Gärtner der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die letzten Blumen in das Barockparterre des Schlosses. Pünktlich vor dem Besuch des US-Präsidentenpaares in der kommenden Woche. Michelle und Barack Obama werden am Mittwochabend um 19 Uhr, wenn das Wetter es zulässt, ihren Aperitif dort im Garten trinken, bevor es drinnen dann das Dinner für sie und rund 250 weitere Gäste gibt. Dabei können sie dann die neue Blumenpracht bewundern: Glocken- und Ringelblumen gehören dazu, Löwenmäulchen, Passionsblumen, Silberblatt, Schleifenblumen, Lobelien, Veronika und sogar Tabakpflanzen.

Wie in jedem Jahr wurden die Pflanzen in der schlosseigenen Gärtnerei am Fürstenbrunner Weg in der Nähe des Schlosses kultiviert. Auch vor der Orangerie, in der das Festessen stattfinden soll, ist bereits alles fertig. Die Holzkübel mit den Pomeranzen stehen Spalier für die Besucher. Und der Orangengarten ist wie das Barockparterre nach historischem Vorbild bepflanzt.

Der Präsident und die First Lady kommen nach Berlin, um die enge Verknüpfung der USA mit Deutschland zu bestätigen, heißt es in einer Mitteilung der US-Botschaft. Der Präsident freue sich auf sein Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck und die Gespräche, bei denen „eine große Breite bilateraler und globaler Themen“ besprochen werden sollen, so die Botschaft weiter. Ziel des Besuchs: die Vertiefung der transatlantischen Beziehungen. Die Empfänge bei Gauck im Schloss Bellevue (1o Uhr) und bei Merkel im Bundeskanzleramt (11 Uhr) stehen am Mittwoch auf dem Programm. Um 16.30 Uhr tritt der Präsident am Brandenburger Tor vor 5000 ausgewählten Gästen auf, auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird hier eine kurze Ansprache halten.

Auf der politischen Tagesordnung der Gespräche werden wohl zwei Themen ganz oben stehen. Allen voran das derzeit wichtigste Projekt, das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Außerdem wird erwartet, dass Merkel mit Obama über die Prism-Affäre spricht, über die jüngsten Enthüllungen über das Ausspähen von Daten bei Internetdiensten und sozialen Online-Netzwerken. Doch nicht nur deswegen steht der US-Präsident gerade auch international in der Kritik und kann die positiven Bilder seiner Rede am Brandenburger Tor vermutlich gebrauchen. Vor seiner Ankunft in Berlin am Dienstagabend werden bereits 5000 Demonstranten Unter den Linden erwartet, die gegen den US-Einsatz von Kampfdrohnen protestieren wollen.