Kinderbetreuung

„Wir werben sehr aktiv um Personal“

Über die Schwierigkeiten Fachkräfte zu finden sprach Morgenpost-Mitarbeiterin Florentine Anders mit Susanne Kabitz, Geschäftsführerin des Eigenbetriebs Kindergärten-City.

Zu dem kommunalen Träger gehören 58 Kitas in Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg.

Berliner Morgenpost:

Frau Kabitz, macht sich der Fachkräftemangel in Berlin bereits bemerkbar?

Susanne Kabitz:

Auf jeden Fall. Es ist deutlich schwerer geworden, offene Stellen zu besetzen. Vor allem ist es schwierig, gute Erzieherinnen und Erzieher zu finden. Im Eigenbetrieb City arbeiten etwa 1000 Erzieher. Etwa 30 bis 40 Stellen sind immer wieder vorübergehend nicht besetzt, weil die Kollegen in Rente gehen oder aus anderen Gründen ausscheiden. Diese Quote ist noch vergleichsweise gering. Natürlich wächst angesichts der großen Nachfrage von allen Trägern und Bundesländern auch die Fluktuation. Die Erzieher können sich beispielsweise eine Einrichtung in der Nähe ihrer Wohnung suchen und müssen keine weiten Wege mehr in Kauf nehmen. Der Bedarf steigt auch, weil wir – ebenso wie andere Träger – die Platzkapazitäten ausbauen und das Land Berlin den Erzieherschlüssel verbessert hat.

Welche Anstrengungen unternehmen Sie, um freie Stellen zu besetzen?

Wir werben sehr aktiv um Personal, nicht nur auf der eigenen Internetseite. Für Stellenanzeigen nutzen wir verschiedene Internetportale. Außerdem präsentieren wir uns auf Jobmessen der Ausbildungsinstitute und der Jobcenter und machen Aushänge an den Erzieher-Fachschulen. Und wir werben mit unseren attraktiven Arbeitsbedingungen. Dazu gehören auch kostenfreie Fortbildungen, kurze Wege und klare Zuständigkeiten für persönliche Anliegen, ein umfangreiches Gesundheitsmanagement, ein Konzept zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter und ein sehr gutes Arbeitsklima.

Gelingt es überhaupt noch, ausreichend Bewerber zu finden?

In unserer letzten Ausschreibungsrunde hatten wir immerhin 80 Bewerbungen. Davon scheiden einige Bewerbungen von Anfang an aus, weil zum Beispiel Ausbildungsnachweise fehlen. Die verbleibenden werden dann in zentrale Vorstellungsrunden eingeladen. Wenn es von uns dann eine Zusage gibt, ist immer noch nicht sicher, ob der Bewerber oder die Bewerberin auch wirklich in der Kita ankommt. Einige entscheiden sich noch in letzter Minute um. Bei uns sind beispielsweise von den 30 Zusagen noch vier abgesprungen, weil sie in einem anderen Bundesland oder für sich etwas Besseres gefunden haben.

Beschäftigen Sie in den Kitas des Eigenbetriebs Quereinsteiger aus anderen Berufen?

Ja. Das ist unser Beitrag, um das Problem des Fachkräftemangels lösen zu helfen. Die Quereinsteiger müssen angeleitet werden und fehlen an den Tagen an denen sie berufsbegleitend ihre Ausbildung machen. Das ist auch eine Zusatzbelastung für die Kita. Die wir aber gern tragen. Die maximal zulässige Quote von 25 Prozent an Quereinsteigern haben wir aber nicht ausgeschöpft.