Prozess

Gewaltverbrechen am Alex sind keine Ausnahme

Der von Berlinern, Pendlern und Touristen stets stark frequentierte Alexanderplatz ist nicht nur nachts immer wieder Schauplatz von schweren Straftaten und Gewaltverbrechen.

Erst am Freitagabend vergangener Woche wurde eine 17-Jährige am Neptunbrunnen Opfer einer schweren Körperverletzung. Die Jugendliche wurde gegen 19.30 Uhr auf dem belebten Platz von zwei Frauen brutal attackiert und getreten, als sie bereits zu Boden gegangen war. Die 17-Jährige erlitt einen Rippenbruch und einen Nasenbeinbruch. Polizeibeamte konnten eine 20-Jährige festnehmen, eine Komplizin entkam jedoch. Ein Passant hatte die Polizei gerufen.

Am Abend des 1.Mai war ein 20-Jähriger in einer Parkanlage an der Rathausstraße von zwei Angreifern beraubt worden – nur wenige Schritte entfernt von dem Tatort des tödlichen Angriffs auf Jonny K. Die Täter drückten den 20-Jährigen gegen einen Bauzaun, durchsuchten ihn und raubten seine Bankkarte. Weil das Opfer die PIN-Nummer nicht nennen wollte, wurde er am Kopf und in den Bauch geschlagen. Die Polizei konnte noch am gleichen Abend zwei Tatverdächtige festnehmen.

Nur eine Woche vor dem Mord an Jonny K. war ein 23-Jähriger am Ausgang des S-Bahnhofs Alexanderplatz von zwei Männern erst angepöbelt und dann niedergeschossen worden. Das Opfer wurde lebensbedrohlich verletzt. Eine Mordkommission konnte die Täter mehrere Wochen später festnehmen, nachdem die Polizei öffentlich mit dem Foto eines der mutmaßlichen Angreifer gefahndet hatte.