Geschichte

Gedenkkonzert zum 70. Jahrestag Aufstand Warschauer Getto

In der Synagoge an der Rykestraße 53 in Prenzlauer Berg, der größten Synagoge Deutschlands, haben am Donnerstagabend rund 700 Menschen des 70. Jahrestages des Aufstands im Warschauer Getto gedacht.

Unter ihnen waren Artur Brauner, Lala Süsskind und Alexander Brenner. Eingeladen zu dem Gedenkkonzert hatte die Jüdische Gemeinde zu Berlin gemeinsam mit der Botschaft der Republik Polen. Solch ein gemeinsames Gedenken sei nicht selbstverständlich, obwohl viele Gemeindemitglieder in Polen geboren wurden oder mit Polen eng verbunden seien, begrüßte Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die Gäste. Es sei sogar das erste Mal, dass man gemeinsam der schrecklichen Ereignisse im Warschauer Getto gedenke.

Den Anstoß zum Gedenkkonzert mit dem renommierten Poznaner Knabenchor hatte der polnische Botschafter Jerzy Marganski gegeben. Er erinnerte in seiner Rede an diejenigen, die trotz der Gleichgültigkeit breiter Kreise der polnischen Bevölkerung, den Juden geholfen hatten. Joffe und Marganski waren sich einig, dass der Aufstand im Getto kein Kampf ums Überleben, sondern ein Kampf war, um in Würde sterben zu dürfen. Der Aufstand sei eines der wichtigsten Symbole für den Kampf um Freiheit und Menschenwürde. Der Botschafter erinnerte auch an den Kniefall von Willy Brandt 1970 vor den Opfern des Gettos und Brandts Erklärung, er habe das getan, was Menschen tun, wenn die Worte versagen.