Spitzengespräch

Dieter Kosslick: Meister in Kinokunst und Kommerz

Es war quasi eine der letzten Amtshandlungen von Berlins früherem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), Dieter Kosslick mit der Leitung der Internationalen Filmfestspiele Berlin zu betrauen.

Kosslick trat sein Amt in der Hauptstadt als Nachfolger von Moritz de Hadeln am 1. Mai 2001 an.

Dabei setzte er von Anfang an auf den deutschen Film. Gleich seine erste Berlinale 2002 wurde mit einem deutschen Beitrag eröffnet, außerdem startete er die neue Reihe „Perspektive Deutsches Kino“. Gleichzeitig widmete sich der gebürtige Pforzheimer, der in München Kommunikationswissenschaften, Politik und Pädagogik studiert hatte, der Nachwuchsförderung. Sein Bemühen um den deutschen Film wurde 2004 mit dem Goldenen Bären für Fatih Akins „Gegen die Wand“ belohnt. Kosslick galt Kritikern als Meister im „Spagat zwischen Kinokunst und Kommerz“ und „begnadeter PR-Mann“. Er ist Träger des Berliner Verdienstordens, wurde ausgezeichnet mit dem „B.Z.“-Kulturpreis und dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die Wurzeln für seine Karriere legte Kosslick in Hamburg, wo er 1979 als Redenschreiber des Ersten Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose (SPD) begann. 1983 machte man ihn dort dann zum Leiter des für die kulturelle Filmförderung zuständigen Hamburger Filmbüros, 1988 stieg er zum Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg auf. Es folgte ein knappes Jahrzehnt als Geschäftsführer der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, bis Kosslick schließlich zum „Mr. Berlinale“ wurde. Seit Ende 2011 steht fest, dass er sein Amt über 2013 hinaus behalten wird.