Konkurrenz

Indischer Flughafen-Chef lacht über BER-Baustelle

Häme aus Indien gab es schon 2009. Damals kam heraus, dass der Großflughafen Berlin-Brandenburg nicht das Kürzel BBI für Berlin-Brandenburg-International tragen kann. Denn dieser Flughafencode war bereits an den Biju-Patnaik-Flughafen in Bhubaneswar im Osten Indiens vergeben. In der 800.000-Einwohner-Stadt, 8500 Kilometer von Berlin entfernt, lachen die Inder nun noch stärker über die deutschen Probleme mit dem BER. Nicht nur der Fauxpas mit dem Kürzel, auch derartige Baupannen seien in Indien undenkbar.

Können die Inder Flughäfen besser bauen als die Deutschen? „Ja“, sagt BBI-Chef Sharad Kumar aus Bhubaneswar im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Indien sei viel größer als Deutschland, deshalb gebe es so viele Flughäfen. Das mache die Inder zu Flughafenbauexperten mit reichhaltiger Praxis, so Sharad Kumar. Deutschland sei zwar international als Land großer Ingenieurkunst bekannt. Doch dieses Image, glaubt der ostindische Flughafendirektor, sei leider veraltet. Die Deutschen ruhten sich auf ihren früheren Erfolgen aus, seien faul geworden. Die Inder hingegen arbeiteten hart, Tag und Nacht – auch an ihren Flughäfen.

Sein eigener Flughafen sei das beste Beispiel für die Überlegenheit der Inder in Sachen Baukunst. Bislang sei der BBI in Bhubaneswar ein nationaler Flughafen gewesen – doch internationale Flüge seien geplant. Dafür wurde ein weiteres Terminal auf 18.000 Quadratmetern errichtet. „Die Umbauten waren natürlich pünktlich und nach Plan Mitte 2012 fertig. Das ist selbstverständlich“, sagt der Direktor. Außerdem sei sein Flughafen schnell, sauber, sicher, barrierefrei und kundenfreundlich konstruiert und die Überwachung der Energieeffizienz computergesteuert.

Sein ostindischer Flughafen sei einfach um Längen besser als jeder europäische Flughafen, den er kenne, resümiert Flughafenchef Kumar. Er lade daher alle Deutschen ein, seinen BBI zu besuchen und sich selbst davon zu überzeugen.

Per Direktflug wäre das allerdings nicht möglich – denn obwohl geplant war, ab Mitte 2012 internationale Flüge abzufertigen, fehlt dafür noch immer die Erlaubnis. „Ja, der ursprünglich angekündigte Termin für die Neueröffnung des BBI als International Airport musste verschoben werden“, gibt Kumar zu. Das sei aber keineswegs seine Schuld. Es liege an der indischen Regierung, die mit einer Genehmigung auf sich warten lasse. Die Politiker sind also schuld. Das klingt dann doch wieder sehr nach BER. Und wann wird der internationale Flughafen wirklich eröffnet? Im März, so der Direktor. Und dann räumt er ein: „Nun ja, wir hoffen es.“