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450 Euro ab Januar

Anstieg Die Verdienstobergrenze für die rund sieben Millionen Minijobber steigt Anfang 2013 von 400 auf 450 Euro. Damit einher geht die Regelung von einer Versicherungspflicht für die gesetzliche Rentenversicherung bei jenen Minijobs, die nach dem 1.Januar 2013 beginnen. Davon können sich die Betroffenen aber auf Antrag befreien lassen. Die Deutsche Rentenversicherung gab zu bedenken, dass Minijobber sich durch die Zahlung vergleichsweise niedriger eigener Beiträge einen „Anspruch auf das volle Leistungspaket der gesetzlichen Rentenversicherung“ sichern könnten. Dazu gehört der Anspruch auf Leistungen bei Erwerbsminderung oder für berufliche Rehabilitation.

Jobanreize Ob die neuen 450-Euro-Jobs die von der schwarz-gelben Bundesregierung erhofften Jobanreize schaffen, ist fraglich. Schon jetzt nutzen nur vergleichsweise wenige geringfügig Beschäftigte die bestehende 400-Euro-Regelung voll aus, wie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) belegen. Demnach hat von den 7,4 Millionen Minijobbern im vergangenen Jahr etwa jeder zweite (52 Prozent) im Schnitt zwischen 301 und 400 Euro verdient. Bei allen übrigen Minijobbern seien es unter 300 Euro gewesen. Zwölf Prozent verdienten mit ihrem Minijob sogar nur maximal 100 Euro.

Zusätzlich Diese Zahlen kommen auch daher, dass inzwischen jeder Dritte den Job als zusätzliche Nebentätigkeit ausübt. Ihre Haupttätigkeit mache durchschnittlich 41 Wochenstunden aus – für ihren Minijob mit einem Einkommen bis 400 Euro wendeten sie im Schnitt zusätzlich 5,3 Stunden auf.

Atypisch Der Anteil der atypisch Beschäftigten wie Leiharbeiter, Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber hat sich in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland fast verdoppelt. Ihr Anteil an allen Arbeitnehmern stieg einer kürzlich veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge zwischen den frühen 90er-Jahren und 2010 auf knapp 38 Prozent.