Pro

Fehlentwicklung stoppen

Andreas Abel findet das Vorgehen der Politik völlig richtig

Das Bezirksamt Pankow macht Vorgaben, die die Luxussanierung von Wohnungen einschränken, und schon wittern Kritiker den Untergang des Abendlandes. Von unzulässiger Einschränkung der Eigentumsrechte ist die Rede, von Verhältnissen, die an die DDR erinnern. Geht’s auch etwas kleiner? Wie vielen Menschen ist mit Wohnungen gedient, die 14 oder 15 Euro Miete pro Quadratmeter und Monat kosten – ohne Nebenkosten und Heizung wohlgemerkt. Und wer kann sich noch eine familiengerechte Eigentumswohnung in Prenzlauer Berg leisten? Nein, die Beschlüsse des Bezirksamtes sind keine Gängelei, sondern der Versuch, eine Fehlentwicklung zu stoppen. Auch in anderen Bezirken und Städten dürfen Grundstücks- und Hauseigentümer nicht alles tun, was sie möchten und was ihnen größtmögliche Rendite garantiert. Kaum jemand käme etwa auf die Idee, einer Baubehörde diktatorisches Gehabe vorzuwerfen, wenn sie einen Wohn-Wolkenkratzer in einem Kiez mit sanierten Altbauten ablehnt. Was macht Berlin lebens- und liebenswert? Die lebendigen Stadtteile, in denen Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten beieinander wohnen, in denen Platz ist für Kneipen, kleine Läden und Kunstprojekte. Das dürfen wir nicht aufgeben für die Interessen von wenigen. Die Mieten in Berlin sind stark gestiegen. Nicht alle werden künftig in allen Stadtteilen wohnen können. Aber wenn sich einen Kiez nur noch Bestverdiener leisten können, ist das nicht in Ordnung. Dann muss ein Bezirksamt eingreifen.