Interview

„Wir werden auf die Verhältnismäßigkeit bei Kontrollen achten“

Für Hertha BSC stimmten Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller und Geschäftsstellenleiter Thomas E. Herrich in Frankfurt bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) über die 16 Anträge ab.

Uwe Bremer hat mit Schiller über Herthas Abstimmungsverhalten, Knackpunkte wie Ganzkörperkontrollen und die Totalopposition von Lokalrivale 1. FC Union gesprochen.

Berliner Morgenpost:

Hertha BSC hat das erste DFL-Papier zum „Sicheren Stadionerlebnis“ abgelehnt. Wie haben Sie diesmal gestimmt?

Ingo Schiller:

Es war in der Nachbetrachtung richtig, dem ersten Papier nicht zuzustimmen. Nach den zahlreichen Änderungen, die seither eingeflossen sind, hat Hertha BSC der großen Mehrzahl der insgesamt 16 Anträge zugestimmt.

Was hat sich jetzt geändert?

Sogar in der Sitzung hat es noch Anträge auf Änderungen gegeben. So ist das Bemühen um einen Fan-Dialog festgeschrieben worden. Wobei wir bei Hertha BSC diesen Punkt seit Jahren mit unseren Fans bereits leben.

Ein Reizthema war die Pyrotechnik.

Bei dem Thema gibt es klare gesetzliche Vorgaben, die Pyrotechnik und Bengalos untersagen. Daran haben sich alle Seite zu halten. Davon wird auch in Fußballstadien nicht abgewichen.

Die Fans waren empört, dass künftig die Möglichkeiten bis hin zu Nacktkontrollen von Stadionbesuchern bestehen.

Uns als Hertha BSC war es wichtig, dass die Entscheidung über jedwede Kontrollen beim Heimverein liegt. Theoretisch hätten die Klubs längst Totalkontrollen durchführen können. Wir werden die Ordner weiter schulen und insgesamt auf die Verhältnismäßigkeit bei den Kontrollen achten.

Sie saßen in einem Saal mit den beiden Vertretern des 1. FC Union, die alle 16 Punkte abgelehnt haben. Wie mutet Sie das an?

Ich bitte um Verständnis, dass ich mich nur zum Abstimmungsverhalten von Hertha BSC äußere.

Auf der Mitgliederversammlung Ende November ist Herthas Geschäftsführung von den Ultras aufgefordert worden, auch das zweite DFL-Papier abzulehnen. Wie erklären Sie Ihren Fans, dass Hertha weitgehend zugestimmt hat?

Wir standen vor der Sitzung in Frankfurt in Kontakt zu unseren Fans und werden das jetzt fortführen. Wir werden dort im Einzelnen die Gründe für unser Abstimmverhalten darlegen.