Schulleistungstests

Pisa & Co: Wichtige Bildungsstudien

Pisa

Pisa ist der weltweit größte Schulleistungstest. Die Abkürzung steht für „Programme for International Student Assessment“. Getestet werden 14- bis 15-jährige Schüler. Die Untersuchung der OECD überprüft, ob die Schüler das in der Schule Erlernte auch im Alltagsleben einsetzen können. Neben den Leistungen werden der familiäre, soziale und schulische Hintergrund der jungen Menschen erfasst sowie Motivation, Lernmethoden und Unterstützung durch die Lehrer untersucht. Die Studie wird alle drei Jahre erhoben, bei jeder Untersuchung wird ein bestimmter Schwerpunkt abgefragt: 2000 Lesen, 2003 Mathe, 2006 Naturwissenschaften, 2009 wieder Lesen.

Die Veröffentlichung des ersten Pisa-Tests im Dezember 2001 schockierte die Öffentlichkeit wegen des schlechten deutschen Abschneidens (Platz 22 von 32 getesteten Nationen). Deutschland hat sich mit der Zeit zwar gesteigert, doch der Tenor, deutsche Schulen seien nicht leistungsfähig, ist geblieben. Die nächsten Ergebnisse werden im Dezember kommenden Jahres vorgestellt.

Einen Bundesländervergleich ermöglicht der nationale Ergänzungstest, Pisa-E genannt. 2006 landete Berlin im deutschlandweiten Vergleich der 16 Bundesländer auf Platz 9 beim Lesen, auf Platz 11 beim Rechnen und auf Platz 12 bei den Naturwissenschaften.

Iglu

Iglu ist die deutsche Abkürzung für die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung. Die Untersuchung testet das Lese- und Textverständnis bei Viertklässlern. Außerdem werden Leseverhalten und auch die Motivation erfasst. Ziel ist die dauerhafte Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht. Um Entwicklungstendenzen aufzeigen zu können, wird Iglu im Abstand von fünf Jahren wiederholt, Deutschland nimmt seit 2001 teil. Die nächste Erhebung ist für 2016 geplant.

Außerdem gibt es – wie bei Pisa – einen nationalen Ergänzungstest, Iglu-E genannt, mit dem die Leistungen in den Bundesländern verglichen werden. Bei dem 2008 veröffentlichten Test schnitten Thüringens und Bayerns Schüler am besten ab, die Schüler aus Berlin sowie Hamburg und Bremen hatten die vergleichsweise größten Probleme beim Lesen.

Timss

Die Schulleistungsstudie Timss (Trends in International Mathematics and Science Study) misst alle vier Jahre das Niveau der Viertklässler in Mathematik und Naturwissenschaften. Für die aktuelle Untersuchung wurden in Deutschland im vergangenen Jahr knapp 4000 Schüler an 197 Schulen getestet. Weltweit nahmen an Timss 50 Staaten sowie sieben Regionen teil. Deutschland ist seit 2007 an der internationalen Studie beteiligt, die nächste Erhebung findet 2015 statt.

Die innerdeutschen IQB-Tests

Seit 2006 lassen die Kultusminister die Schulleistungen in den 16 Bundesländern regelmäßig durch das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität untersuchen. Basis für die Testaufgaben sind die bundesweiten Bildungsstandards, auf die sich die Kultusminister verständigt haben. Sie beschreiben, was ein Schüler jeweils am Ende einer bestimmten Jahrgangsstufe können muss.

Anfang Oktober hatte das bundesländereigene Institut Ergebnisse über die Lese- und Rechenleistungen der Viertklässler vorgelegt. Berlin bildete in beiden Disziplinen das Schlusslicht, gemeinsam mit Hamburg und Bremen. Im Sommer 2013 wird eine Untersuchung über das Wissen der Neuntklässler erwartet.