Avus

Eine Million Euro Bonus für schnelles Arbeiten

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Die Sanierung der Avus sollte eigentlich bis Ende 2013 dauern, jetzt wird sie schon ein Jahr früher beendet. Wie ist so etwas möglich?

Vor allem ein milder Winter und eine optimale Planung und Koordination hätten laut Senatsverkehrsverwaltung für den erheblichen Zeitgewinn gesorgt. Am stärksten dürfte aber eine in Berlin erstmalig angewendete Bonus-Malus-Regelung das Bautempo beschleunigt haben. Danach wurde den beteiligten Baufirmen für jeden Tag, den sie schneller als geplant fertig werden, eine Prämie von 20.000 Euro in Aussicht gestellt. Bis zu eine Million Euro wird die Arbeitsgemeinschaft um das Unternehmen Oevermann Verkehrswegebau nun zusätzlich erhalten. Wäre sie mit den Arbeiten später als geplant fertig geworden, hätte sie mit einer Strafzahlung rechnen müssen. Die Baufirmen ließen daraufhin ihre Spezialisten täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit und auch sonnabends arbeiten. Zudem setzten sie eine teure Spezialmaschine ein, die bis zu 90 Meter Straße pro Stunde auf voller Breite fugenlos asphaltieren konnte. Teurer wurde das Projekt dadurch nicht: Statt 27,6 Millionen kostet die Avus-Sanierung jetzt insgesamt nur 24 Millionen Euro.

Lässt sich eine solche Regelung nicht auch für innerstädtische Straßenbauprojekte anwenden, bei denen oft monatelang kein Bauarbeiter zu sehen ist?

Der Senat sieht dafür bisher keine Möglichkeiten. „Bei innerstädtischen Projekten wird nur etwa ein Viertel der Zeit von den Asphaltierungsarbeiten bestimmt“, sagte dazu Daniela Augenstein, Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Ein Großteil der Arbeiten würden die verschiedenen Infrastrukturunternehmen – von den Wasserbetrieben über die Stromnetzbetreiber bis zur Telekom – ausführen. Die Koordinierung dieser Arbeiten will Müller künftig verbessern, auch durch zusätzliche Kapazitäten bei der Verkehrslenkung Berlin.

Wie geht es nun bei der A115 weiter?

Da ist jetzt erst einmal für zwei Jahre Pause. 2015 soll die Sanierung fortgesetzt werden, dann mit dem Abschnitt von der Anschlussstelle Spanische Allee bis zur Landesgrenze zu Brandenburg.

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