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Vorwürfe gegen Ermittler

Bundesanwaltschaft Die Bundesanwaltschaft hat die Kritik der Verteidigung an ihrem Vorgehen bei der Unterrichtung der Öffentlichkeit über die Mordanklage gegen Beate Zschäpe zurückgewiesen. Die Behörde teilte am Sonntag mit, sie habe sich nach Bekanntwerden der Anklageerhebung zur umgehenden Information der Medien veranlasst gesehen. Dieses Vorgehen stehe mit den Vorschriften in Einklang.

Kritik Die Bundesanwaltschaft reagierte damit auf Vorwürfe von Zschäpes Anwalt Wolfgang Stahl. Der Verteidiger sagte dem „Spiegel“, Zschäpe habe im Fernsehen von den konkreten Tatvorwürfen erfahren, „noch bevor wir Gelegenheit hatten, mit ihr darüber zu sprechen“. Die Bundesanwaltschaft hätte „selbstverständlich“ erst die Anwälte informieren müssen. „Das Vorgehen der Bundesanwaltschaft, wesentliche Inhalte der Anklageschrift dennoch der Öffentlichkeit zu präsentieren, hat uns verärgert und stößt auf völliges Unverständnis. Unserer Meinung nach ist das ein Verstoß gegen die Richtlinien für das Strafverfahren.“

Die Anklagebehörde hatte am Donnerstag Anklage gegen Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer des Nationalsozialistischer Untergrunds (NSU) erhoben.