Leute

Wir sind die EU

Carsten Nillies (42), Marketingleiter einer IT-Firma aus Hamburg, erinnert sich gern an die Zeit, als der Euro noch neu war: „Das erste Geldstück des Euro-Starter-Kits und das erste Mal Euro-Geld am Automaten ziehen, das war etwas Besonderes.“ Jetzt müsse sich der Zusammenhalt der EU zeigen – das findet er spannend.

Ruta Šapranauskiené (40) Versicherungsmanagerin aus Litauen: „Als Litauen der EU beitrat, gab es in der Innenstadt von Wilna ein Feuerwerk. Früher war ich gegenüber der EU skeptisch, aber heute sind wir wie Brüder und Schwestern, und ich bin ein gleichberechtigter Teil in Europa. Früher wurden wir als Russen betrachtet, aber wir sind Litauer. Und in der Europäischen Union können wir nun Litauer sein.“

Angelo Morello (70), Rentner aus Italien, freut sich über den Wegfall der Grenzen. „Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit davor – heute kann man leichter reisen und Geld verdienen.“ Er wünscht sich, dass die Menschen in der EU noch mehr die Sprachen der jeweils anderen Länder lernen.

Anna Maffizolli (22), Federica Bonetti (22) und Gloria Chivmento (21) aus Italien: „Für uns ist die EU Erasmus.“ Über das Programm studieren sie an der Universität Potsdam und treffen Menschen aus der ganzen EU. „Das ist cool, wir sind wie eine große Familie“, sagt Maffizolli.

Geeta Koska (24) aus Schottland studiert in Italien Internationales Recht. EU heißt für sie, sich ohne Visa bewegen zu können. „Dank des Schengen Abkommens, kann man problemlos in der EU herumreisen.“ Menschen aus verschiedenen Ländern siedelten sich nun in unterschiedlichen Staaten an und bildeten eigene Communities, sagt Koska: „Das ist etwas Positives.“

Kevin Poulter (32), Rechtsanwalt aus London, verbindet mit Europa die gegenseitige Unterstützung zwischen den Ländern. In England konzentriere man sich zu stark auf die negativen Aspekte, sagt Poulter. Aber die EU bedeute für England viel Gutes. „Das EU-Recht bringt Gleichberechtigung für Frauen, Behinderte, Homosexuelle und verschiedene Religionen.“