Kriminalität

Weitere ungeklärte Fälle

In mehreren Mordfällen hat die Berliner Polizei keine Spur. Einige werden neu aufgerollt

Trotz einer hohen Aufklärungsrate von mehr als 80 Prozent übernehmen die Berliner Mordkommissionen auch immer wieder Fälle, in denen die Ermittler nicht weiterkommen. So gibt es bislang keine heiße Spur in dem Mord an der Joggerin im Spandauer Forst. Im Sommer 2009 war die damals 39 Jahre alte KirstenS. von einem Unbekannten erstochen worden. Trotz zahlreicher Zeugenaufrufe und einer ausgelobten Belohnung von 5000 Euro konnte die Kriminalpolizei bislang keinen Erfolg versprechenden Hinweis gewinnen.

Die Psychologin KirstenS. war damals wie so oft mit ihrem Ehemann in dem Waldgebiet zum Lauftraining aufgebrochen, an diesem Tag hatte sie noch Stretching-Übungen gemacht, während ihr Mann schon losgelaufen war. Wenig später wurde die Frau erstochen. Hoffnung setzten die Ermittler auf die Videosequenz einer Überwachungskamera des Johannesstifts, die einen flüchtenden Mann auf einem roten Fahrrad zeigt. Die Aufnahmen sind acht Sekunden lang, doch niemand konnte den Gesuchten identifizieren.

DNA-Spur wird abgeglichen

Einen anderen ungeklärten Fall rollt die Berliner Polizei nach elf Jahren wieder auf: Am 12. September 2001 war eine 63 Jahre alte Frau in ihrer Lichtenberger Wohnung erdrosselt aufgefunden wurden. Das Opfer Elisabeth Dürr hatte nach Angaben der Polizei in eine Doppelhaushälfte nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt umziehen wollen. Mehrere Zeugen hätten vor und nach der Tat eine Frau gesehen, die sich unter einem Vorwand Zutritt zu diesem Haus verschafft hatte. Am Tatort waren damals Spuren gesichert worden, die nun neu bewertet werden. Zudem wird das Phantombild der mutmaßlichen Täterin erneut veröffentlicht.

Auch im Fall der 1998 vergewaltigten und ermordeten Jessica Kopsch aus Reinickendorf wird die Polizei nach 14 Jahren wieder aktiv. Die Elfjährige war am Morgen des 28.Oktober auf dem Weg zur Schule spurlos verschwunden, Zeugen sahen sie zuletzt am Eichborndamm. Zweieinhalb Monate später wurde ihre Leiche in einer Kaolin-Grube in der Nähe von Morl bei Halle gefunden. Der Hund eines Spaziergängers hatte die grünen Müllsäcke mit der Leiche aus dem Boden gewühlt. Die Kriminaltechniker entnahmen Proben, aus ihnen wurde nun eine männliche DNA-Spur gewonnen. Diese wird jetzt mit DNA-Dateien bereits registrierter Straftäter abgeglichen, von denen das Bundeskriminalamt 950.000 gesichert hat. Die Ermittler des Berliner Landeskriminalamts gehen davon aus, dass die Probe von dem Mörder stammt.