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Berliner Ikone: Kaufhaus, Ausstellungsraum, Künstlerruine - eine bewegte Geschichte

Haus der Technik

In den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts nutzte die Firma AEG das wenige Jahre zuvor als Kaufhaus errichtete Gebäude als Ausstellungsraum für ihre neuartigen Elektro-Produkte. Im "Haus der Technik" wurde unter anderem die wohl erste Fernsehübertragung weltweit produziert und ausgestrahlt.

Besetzung 1990

Das Gebäude sollte schon zu DDR-Zeiten abgerissen werden, nachdem sich der Magistrat dieser zu Mauerzeiten abgelegenen Gegend angenommen hatte. Noch vor Ende der DDR besetzten Künstler und Musiker das Haus. Die russische Mig war eines der spektakulärsten Kunstwerke in den 90er-Jahren.

Partyzone

Lange Zeit war das Tacheles wegen des "Café Zapata" im Erdgeschoss und der Bar unter dem Dach ein beliebter Ort, wo Berliner und Touristen feierten. Doch die Karawane zog weiter, inzwischen hat sich die Party-Zone ans Spreeufer zwischen Kreuzberg und Friedrichshain verlagert.

Polizisten helfen Besetzern

In den vergangenen Monaten ist der lange schwelende Konflikt um das Tacheles eskaliert. Im März drangen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma ein und versuchten, die Künstler auszusperren. Polizisten halfen den Künstlern wieder herein, die Aktion wurde nachträglich vor Gericht als illegal bewertet.

Letzter Protest

"Wir sind Künstler, wir sind Dichter", steht auf dem Plakat der jungen Frau, die sich für den Erhalt des Kunsthauses einsetzt. Immer wieder riefen die Tacheles-Leute zu Demonstrationen auf, sammelten Unterschriften. Aber die Solidarität ist erlahmt. Zum letzten Protest kamen nur 150 Leute.