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Tiere im Dienst der Forschung

Kritik Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wird immer wieder von Tierschützern kritisiert, denn das Institut ist einer der größten Nutzer von Versuchstieren in der Region. Die MDC-Leitung räumt ein, dass es in den vergangenen Jahren Versäumnisse gegeben habe. 2010 gab es aus diesem Grund 31 Ordnungswidrigkeitsverfahren im Zusammenhang mit den Tierversuchen, vor allem wegen formaler Fehler bei der An- oder Abmeldung von Versuchstieren. 2011 musste das MDC eine Buße zahlen. Die Aufsichtsbehörde rügte unter anderem, dass in Rattenkäfigen zu wenig Nestmaterial vorhanden war. Das Forschungsinstitut hält Mäuse, Zebrafische, Ratten, Frösche, Nacktmulle und wenige Kaninchen.

Notwendigkeit Aus Sicht der Forscher sind Tierversuche unverzichtbar. Wo es möglich sei, werde alternativ mit gereinigten Proteinen, Zellkulturen oder Organismen wie Bierhefe gearbeitet. Weil aber der Zusammenhang zwischen genetischen Strukturen und Krankheiten untersucht wird, komme man eben nicht ganz darum herum, lebende Tiere zu nutzen. Zellkulturen könnten eben nicht husten oder Blutdruck entwickeln, wird argumentiert. Dass Tierversuche nicht auf Menschen übertragbar seien, lassen die Forscher nicht gelten. Die Erkenntnisse seien ein Schritt in der Entwicklung neuer Therapien, und man könne ja in einem frühen, noch vagen Stadium nicht mit Menschen experimentieren. Die Kritik an den Tierversuchen am MDC werde gerade in diesen Monaten wieder lauter, weil das MDC den Neubau eines Tierversuchslabors plant, den Tierschützer verhindern wollten.