Schnäppchenjagd

Was bleibt, was kommt und was muss weg?

Schnäppchenjagd: Heute beginnt der Sommerschlussverkauf. Doch nicht alles, was ein Schnäppchen ist, lohnt sich auch. Hier ein paar Tipps

- Schon vor einigen Tagen sind sie vielerorts aufgetaucht: rot-orange leuchtende Sale-Schildchen. Doch erst von diesem Montag an startet der Sommerschlussverkauf offiziell. Die Berliner Morgenpost hat zusammengetragen, welche Schnäppchen auch in den kommenden Saisons noch einsetzbar sind und welche eher das Etikett "Eintagsfliege" verdient haben.

Kleider Sommerkleidchen zeigten sich in diesem Jahr bunt oder pastellfarben, bedruckt oder im Ethno-Look. Was auch immer noch in den Regalen hängt - man kann mit ruhigem Gewissen zugreifen. Zum einen lassen sich die Kleider auch im Herbst mit Stiefeln und grob gestrickten Stücken gut kombinieren, zum anderen liefen bei den Schauen für die nächste Frühjahrsmode wieder Models in floralen Muster-Kleidern über die Laufstege. Zudem gekommen, um zu bleiben: der 50er-Jahre Trend mit klassischen Etuikleidern oder ausgestellten Röcken.

Hosen Chinos heißen die praktischen Hosen aus glattem Baumwollstoff, die den Jeans dieses Jahr ihren Rang als Geht-immer-passt-immer-Hose abgelaufen haben. "Auch im nächsten Jahr sind sie wieder von schlammfarbig bis bonbon-bunt vertreten", weiß Designerin Friederike Westphal von Berliner Label Hoogstraat. Ob an Männer- oder Frauenbeinen: Ihre Enden dürfen nächste wie diese Saison hochgekrempelt werden.

Play-Suit Das sogenannte Play-Suit war nur ein Spiel für eine Saison. Der Ganz- oder Halbkörperstrampler kleidet nur die wenigstens Menschen (langbeinig und hochgewachsen), alle anderen laufen Gefahr, verkleidet auszusehen. Im schlimmsten Falle erweckt man gar den Eindruck in Schlafgarderobe unterwegs zu sein. Das Fazit ist eindeutig: Das Play-Suit, 2012 als Alternative zum Sommerkleid gedacht, darf ruhig in den Regalen liegen bleiben.

Röcke Ob lang, ob kurz, ob überlang oder flatterig: Der Rock bleibt uns in den verschiedensten Formen und Farben erhalten. "Der Trend geht dabei allerdings ganz klar in Richtung taillenhoch", sagt Designerin Friederike Westphal: "Im nächsten Jahr haben Röcke zudem ihre Gürtellinie auf Hüfthöhe."

Bademode Bisher gab es kaum Gelegenheit, Badehose, Bikini und Badeanzug der Sonne vorzuführen und genau deshalb ist die Auswahl an Formen, Farben und Größen in den Geschäften noch recht umfangreich. Weil es besonders in den nächsten Tagen endlich sommerlich werden soll, kann man hier also ruhig zugreifen. Die diesjährige, vermeintlich innovative Badeanzugversion mit langen Ärmeln soll aber bitte ein Experiment des schwedischen Modehauses bleiben, das ihn erfunden hat. Für Männer gilt: Der Unterhose-statt-Badehose-Look, den Fußballer Mario Balotelli diesen Sommer im knappen, lila Höschen zu etablieren versuchte, ist nichts, woran man sich orientieren sollte. Mit Klassikern wie Shorts in Schwarz oder Dunkelblau kann man hingegen wenig falsch machen.

T-Shirts "Hot Hot Hot", schrieb Designer Alber Elbaz von Lanvin auf ein T-Shirt seiner Sommerkollektion. Das sollte man im Herbst vielleicht nicht mehr tragen, genauso wenig wie den kaum alltagstauglichen Bauchfrei-Trend dieses Sommers. Hat man außer in Modezeitschriften und an Berliner Hipstern viele bauchfreie T-Shirts gesehen? Nein, und das wahrscheinlich nicht ohne Grund. Auch XXL-Shirts haben ihren Zenit überschritten. Immerhin kann man in denen aber gut die Hausarbeit erledigen.

Jacken In Universaltalente wie Blousons, Leder- oder Jeansjacken kann man jederzeit investieren. Die lassen sich auch in der sogenannten Übergangszeit gut kombinieren - nur farblich sollte man hier keine großen Experimente wagen. Auch Westen - gerne in Leder oder Jeans - kann man nächste Saison noch tragen. Und die Übergangsjacke sollte vor allem eins nicht: ihren Übergang in die nächste Saison verpassen.

Hemden Weder Damen noch Herren kamen diesen Sommer am Karohemd vorbei. Wer auch während des Schlussverkaufs an ihnen hängen bleibt, setzt auf einen Klassiker. Die Damen können bei Hemdblusenkleidern oder Jeanshemden noch mal auf Schnäppchenjagd gehen. "Vor allem Grüntöne sind im Kommen", sagt Designerin Friederike Westphal. Ob Jade, Mint, Oliv, Tannengrün oder Grüntürkis - hier darf zugegriffen werden. Auch Kragen - ganz ohne Hemd - zum Umbinden oder Anstecken schaffen es ins nächste Modejahr.

Schuhe Ob wir wollen oder nicht: "Der Trend zum Plateau bleibt. Vor allem Turnschuhe werden nächstes Jahr mit Wedge-Absätzen versehen sein", sagt Friederike Westphal voraus. Auf der Modemesse Bread & Butter wurden selbst Flip Flops mit Plateau vorgestellt. Aus praktischer Sicht ein klarer Flop. Aus modischer Sicht dennoch ein Hit.

Und immer gilt: Im Schlussverkauf scheint ein leuchtend gelbes T-Shirt durch seine noch stärker leuchtendere Etikettierung manchmal verheißungsvoller, als es tatsächlich ist. Nehmen Sie sich Zeit, prüfen Sie, ob das Teil farblich auch mit den restlichen Bewohnern ihres Kleiderschrankes harmoniert. Zu häufig landet ein vermeintliches Schnäppchen später im ganz persönlichen Schlussverkauf bei einem Online-Auktionshaus.