Griechenland

Alexis Tsipras hat als Studentenführer zu kämpfen gelernt

Er ist jung und dynamisch, er wirkt frech und manchmal auch arrogant.

- Bislang kann er sich das leisten: Dem politischen Senkrechtstarter ist es gelungen, das heterogene Bündnis der radikalen Linken (Syriza) von 4,5 Prozent (2007) weit nach vorne zu bringen. Bislang hatten immer die Traditionsparteien ND (Konservative) und Pasok (Sozialisten) das Rennen unter sich ausgemacht. Diesmal könnte sie Tsipras überrunden und es sogar zum Ministerpräsidenten schaffen.

Seine politische Laufbahn begann der Mann, der mit seinen Parolen in Europa für Aufruhr sorgt, als Studentenführer in den Neunzigerjahren. Er stieg dann schnell bis an die Spitze der Partei der ehemaligen "Eurokommunisten" auf. 2004 wurde Tsipras zum Syriza-Präsidenten gewählt. Das Bündnis sieht sich als Schwesterpartei der deutschen Partei Die Linke. Der 37-Jährige hat viele Gesichter. Mal spricht er wie ein Kommunist und plädiert für die Verstaatlichung der Produktionsmittel. Dann präsentiert er sich plötzlich in der Art des US-Menschenrechtlers Martin Luther King und spricht von seinem Traum, dass alle Griechen eines Tages gleiche Rechte genießen. Vor dem heimischen Publikum geißelt er das Sparprogramm und verspricht, es abzuschaffen. Wenn er aber mit ausländischen Diplomaten redet, spricht er von Reformen, die auch seine Partei für unbedingt notwendig halte. Alexis Tsipras ist verheiratet und hat ein Kind.