Wahlsieg

Antonis Samaras hat immer auf seinen Sieg gesetzt

Antonis Samaras ist groß und schlank, und er besteht auf seiner Meinung.

- Manchmal so lange, dass es kontraproduktiv wird. Der 60-jährige Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) musste deswegen in seiner politischen Laufbahn mehrfach zurückstecken. Als charismatisch gilt Samaras nicht. "Er kann die Massen nicht bewegen", sagen seine Kritiker. Das ist zurzeit ein großer Nachteil. In der größten Krise des Landes hatte Samaras der Bildung einer Regierung unter dem parteilosen Finanzexperten Lukas Papademos zugestimmt.

Er billigte das harte Sparprogramm für Griechenland - der Rückhalt für seine Partei bröckelte. Bis Anfang Mai war er sich zudem sicher, dass er vorgezogene Wahlen haushoch gewinnen würde. Er bestand auf seiner Meinung und forderte Neuwahlen. Was folgte, war am 6. Mai eines der schlechtesten Wahlergebnisse in der Geschichte seiner Partei. Samaras wurde am 23. Mai 1951 als Spross einer reichen Familie in Athen geboren. Als junger Mann glänzte er mit sportlichem Elan und wurde griechischer Jugend-Tennismeister. Dann schickte ihn seine Familie in die USA zum Studieren. Dort lebte er im Internat mit dem späteren sozialistischen Ministerpräsidenten Papandreou zusammen. Danach ging es weiter nach Harvard. 1977 kehrte er nach Griechenland zurück und wurde gleich als 26-Jähriger ins Parlament gewählt. Samaras ist verheiratet und hat zwei Kinder.