Interview

"Es verändert die Universitäten deutlich"

- Fred Zaumseil (24) studiert an der HU Philosophie und Sozialwissenschaften und hat am Exzellenzantrag seiner Uni mitgearbeitet. Mit ihm sprach Joachim Fahrun.

Berliner Morgenpost:

Herr Zaumseil, warum haben Sie an dem Antrag mitgewirkt?

Ich halte es für wichtig, dass man in einer Universität auch die Perspektive der Lernenden einbringt. Die Exzellenzinitiative verändert die Universitäten deutlich. In unserem Zukunftskonzept geht es unter anderem auch um Veränderungen im Bereich der Governance, also der Verwaltung der Universität. Mir war es wichtig, diese Wandlungsprozesse kritisch zu begleiten. In der Vergangenheit wurden Unis im Zuge solcher Wandlungsprozesse oft professionalisiert und ist die Mitbestimmung für Studenten dadurch eingeschränkt worden. Das darf an der HU auch in Zukunft nicht passieren.

Haben Sie die Präsidenten und Professoren denn ernst genommen?

Das ja. Aber sie waren von dem Gesagten nicht immer begeistert. Wir vertreten ja auch unterschiedliche Interessen.

Sollte man das Geld nicht lieber in zusätzliche Studienplätze stecken?

Das Geld aus der Exzellenzinitiative darf man nicht umleiten, weil es Forschungs- und keine Lehrförderung ist. Aber es ist natürlich notwendig, dass die Initiative durch zusätzliche Investitionen in die Lehre flankiert wird.

Was ist bei diesem Antrag anders?

Ich war noch nicht an der Uni, als die erste Runde angelaufen ist. Ich kam, als wir in der zweiten Runde nicht erfolgreich waren. Da herrschte große Ernüchterung. Die FU hatte es geschafft und die HU nicht. In der dritten Runde sind wir viele Dinge besser angegangen, zum Beispiel war der Austausch zwischen Studierenden und Professoren konstruktiver.