Tourismus

Weiter mit dem alten Tegel-Terminal

Touristen kommen trotz allem nach Berlin, glauben Hoteliers und Werber

Berlins boomende Tourismusbranche hat am Donnerstag mit Gelassenheit auf die erneute Verschiebung der Flughafeneröffnung in Schönefeld reagiert. Tourismuschef Burkhard Kieker zeigte sich zwar überrascht über den neuen Termin. "Der 17. März ist schon noch lange hin, aber offensichtlich sind die Zwänge so", sagte Kieker der Berliner Morgenpost. Einen langfristigen Schaden für den Fremdenverkehr der Hauptstadt befürchtet der Geschäftsführer von Visit Berlin aber nicht. "Schlimmer wäre es gewesen, den Flughafen zu eröffnen, ohne dass er richtig funktioniert", sagte er.

Kieker erinnerte an das Chaos beim Start des Terminals 5 am Londoner Flughafen Heathrow. Im März 2008 hatte am damals modernsten Terminal der Welt die Gepäckanlage versagt. Zehntausende Koffer blieben liegen. Über mehrere Tage fielen Hunderte Flüge aus. Die britische Hauptstadt und ihr Flughafen wurden zum Gespött. "Dieser Imageschaden wirkt bis heute nach", sagte Kieker. "Die verschobene Eröffnung des BER wird hingegen in der Welt vergleichsweise schnell vergessen werden."

Berlin profitiere dabei davon, dass mit den bisherigen Flughäfen in Tegel und Schönefeld weiter ein "gut geöltes System für Passagiere und Airlines" zur Verfügung stehe. "Niemand muss wegen der verschobenen Eröffnung des BER seine Berlin-Reise verschieben", so Kieker. "Nun heißt es eben weiterhin: Herzlich willkommen bei der alten Tante Tegel." Diese Botschaft wollen die Berliner Tourismuswerber auch weltweit kommunizieren. International hätten die Berliner Flughafenpannen ohnehin nicht für große Schlagzeilen gesorgt, so Kieker. "In Berlin ist das ein Riesenthema, in Deutschland ein Häme-Thema, weltweit ist es aber kein großes Thema."

Negative Konsequenzen befürchtet Kieker lediglich für die weitere Entwicklung des Langstreckenflugverkehrs. "Andere Airlines als Air Berlin und Lufthansa werden sich nun erst einmal genau angucken, ob und wie der neue Flughafen funktioniert. Das wird uns beim Ausbau der Langstrecken um ein Jahr zurückwerfen", sagte er.

Die Hoteliers der Hauptstadt teilen die Einschätzung der Werber. Hans Eilers, Chef des "Savoy"-Hotels, befürchtet keine Einbußen bei normalen Touristen. Allenfalls Geschäftsreisende, die die angestrebten Langstreckenverbindungen genutzt hätten, würden ausbleiben.