RAF-Prozess

Vier Mittäter, drei Urteile und das Schweigen

Bisher sind drei Terroristen für ihre Beteiligung am Mord an Siegfried Buback (7. April 1977) verurteilt. Ein weiterer war beteiligt, wurde aber nie angeklagt.

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Fest steht, dass Brigitte Mohnhaupt (62) die treibende Kraft der RAF während der "Offensive 77" der Terroristen war. Sie wurde 1985 wegen neun Morden 1977 sowie weiterer Straftaten zu fünfmal "lebenslänglich" und zusätzlich 15 Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis blieb sie die wichtigste Wortführerin der RAF, die die "dritte Generation" der Terrorgruppe mindestens indirekt mitsteuerte. 2007 wurde sie entlassen. Mohnhaupt lebt heute unter falschem Namen und nach eigenen Angaben von Hartz IV.

Zusammen mit Mohnhaupt verurteilt wurde Christian Klar (59). Er zählte von 1976 an zum harten Kern der RAF. Durch Indizien wurde er überführt, den Fluchtwagen beim Attentat auf Buback gefahren zu haben; er selbst verweigerte jede Aussage dazu. Er wurde zu insgesamt sechsmal "lebenslänglich" und weiteren 15 Jahren Haft verurteilt. Ende 2008 wurde er nach 26 Jahren Haft auf Bewährung entlassen. Klar soll in Berlin leben.

Knut Folkerts (60) wurde im September 1977 in den Niederlanden nach dem Mord an einem Polizisten festgenommen und zu 20 Jahren Haft verurteilt. Nach einem Jahr wurde er an die Bundesrepublik ausgeliefert und hier unter anderem wegen seiner Beteiligung am Buback-Mord zu zweimal "lebenslänglich" verurteilt. Er saß bis 1995 in Haft. Folkerts bestreitet eine Beteiligung.

Unzweifelhaft beteiligt war Günter Sonnenberg (57). Er besorgte das Tatmotorrad und hatte bei seiner Festnahme auch die Tatwaffe bei sich. Für eine Verurteilung als Mittäter hätte das gereicht. Sonnenberg wurde wegen der Schießerei bei seiner Festnahme zu zweimal "lebenslang" verurteilt. Eine weitere Anklage hätte die Länge der Haft aber nicht verändert. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er 1992 vorzeitig entlassen. Sonnenberg schweigt.

( sfk )