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Weltweit weniger Arbeit

Kritik Die Vereinten Nationen sehen in dem scharfen Sparkurs der Euro-Länder einen Job-Killer. „Die Sparmaßnahmen haben nicht zu mehr Wirtschaftswachstum geführt“, schreiben die Arbeitsmarktexperten der UN in ihrem Jahresbericht. „Solche Reformen werden in Krisenzeiten mehr Jobs zerstören und zumindest kurzfristig keine Beschäftigung schaffen.“ Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) reiht sich damit in die wachsende Zahl der Kritiker ein, die verlangen, Wachstum und Beschäftigung anzuregen. Frühestens 2016 werde die Beschäftigung in den Industrieländern deshalb wieder das Niveau von vor 2008 erreichen.

202 Millionen Menschen werden der ILO zufolge Ende 2012 weltweit ohne Arbeit sein, was einer Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent entspricht. Ende vergangenen Jahres waren demnach 196 Millionen Menschen arbeitslos.

Unruhen Sorge bereitet den UN-Beobachtern auch die Langzeitarbeitslosigkeit in vielen Ländern. 40 Prozent der Arbeitslosen zwischen 25 und 49 Jahren in den Industriestaaten seien bereits länger als ein Jahr ohne Job, heißt es im ILO- Bericht. Ein weiteres Problem sei die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die besonders in Afrika und im Nahen Osten zu sozialen Unruhen führen könne.