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Gleichgewicht des Schreckens

Supermächte Der Kalte Krieg war geprägt vom Gleichgewicht des Schreckens - beide Supermächte, die USA und die Sowjetunion, wären in der Lage gewesen, den anderen Staat auszulöschen. Dieses Gleichgewicht führte letztlich dazu, dass der Krieg kalt blieb - also nie offen ausgetragen wurde, weil dies mit großer Wahrscheinlichkeit das Ende der Menschheit bedeutet hätte. Die beiden Supermächte, so die bizarre Logik des Kalten Krieges, besaßen also eine hohe Anzahl an Kernwaffen, um sie nicht einsetzen zu müssen. Trotzdem stand die Eskalation mehrmals kurz bevor, wie zum Beispiel während der Kuba-Krise 1962.

Krieg der Systeme Das Wort Kalter Krieg wurde zum ersten Mal 1947 von einem Berater des US-Präsidenten verwendet - im Jahr der Truman-Doktrin, in der allen "freien Völkern", die vom Kommunismus bedroht sind, amerikanische Unterstützung zugesichert wurde. Nach dem Krieg gegen Hitler-Deutschland standen sich nun also zwei Blöcke gegenüber: die freiheitliche Welt und die kommunistische Welt.

1980 und die folgenden Jahre, die zweite heiße Phase des Kalten Krieges, waren beherrscht vom Thema Atomwaffen und Nachrüstung. Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) scheiterte letztlich daran, dass seine Partei den Nato-Doppelbeschluss nicht konsequent mittrug. Dieser legte die Nachrüstung im westlichen Europa mit Pershing-II-Raketen fest - um auf die Aufstellung der SS20 durch die Sowjetunion zu reagieren. Parallel sollte zwischen dem Westen und dem Osten verhandelt werden - um auszutarieren, ob es möglich ist, ein Gleichgewicht auf niedrigerem Rüstungsniveau zu finden. Die öffentliche Meinung in Deutschland schien gegen eine Nachrüstung gewesen zu sein - was sich 1981 zum Beispiel während der großen Demonstration im Hofgarten in Bonn gegen den Nato-Doppelbeschluss zeigte.

Gefahr Seit dem Ende des Kalten Krieges 1990 ist das Thema Nuklearwaffen nur noch eines unter vielen. Dabei, sagen Sicherheitsexperten, sei die atomare Gefahr heute größer als zu Zeiten des Kalten Krieges: Hatten früher nur die fünf Länder, die ständige Mitglieder im UNSicherheitsrat sind (USA, UdSSR [heute Russland], Großbritannien, Frankreich und China), Nuklearwaffen, so kommen nun Israel, Indien und ein politisch instabiles Land wie Pakistan dazu. Zudem streben Nordkorea und der Iran offenbar danach, Nuklearmächte zu werden.