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Die Wut der Linkspartei

Afghanistan Die Linke bleibt sich treu. Joachim Gauck sei für die Partei nicht wählbar, erklärten die Linke- Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst. Sie halten für falsch, dass er den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr befürwortete, und für fragwürdig, dass er die Hartz-Reformen wohlwollend betrachtete. Die gleichen Kritikpunkte hatte die Parteispitze schon 2010 genannt, als Gauck erstmals aufgestellt war.

Herz Inzwischen bietet Gauck den Linken weitere Angriffspunkte. Dass der 72-Jährige den umstrittenen SPD-Politiker Thilo Sarrazin als mutig bezeichnete und die bankenkritische "Occupy"-Bewegung als albern, beweist für die Linke erneut: Gauck ist nicht geeignet. Als "Apologeten des Finanzmarkt-Kapitalismus" und "Kandidaten der kalten Herzen" bezeichnete ihn Lötzsch.

5 Millionen Wähler in der Bundesrepublik Deutschland" seien von der Kanzlerin "faktisch unberücksichtigt" gelassen worden, empörte sich Parteichef Ernst. Er meinte die der Linken. Denn die Partei war nicht dabei, als im Kanzleramt der überparteiliche Präsidentschaftskandidat gekürt wurde. SPD und Grüne hatten das bemängelt, die Linke schäumte geradezu.

Verdacht Wie schon vor der letzten Bundespräsidentenwahl bemühte sich die Parteiführung auch diesmal, dem Verdacht entgegenzutreten, für ihre Abneigung spiele Gaucks Vergangenheit als Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde eine Rolle. Stattdessen geht es der Linken jetzt darum, Gauck als abgehoben darzustellen.