Rücktritt des Bundespräsidenten

Pressestimmen

Frankfurter Allgemeine

Wenn ein Repräsentant des Staates zurücktritt, (...) dann mag er unter Umständen als Person "beschädigt" sein, das Amt ist es nicht. Ein Nachfolger wird gesucht, nominiert und muss sich einer Wahl stellen - das ist demokratische Normalität.

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Es geht um Anstand, Glaubwürdigkeit - und das Gesetz. Hier haben die Medien getan, was ihre Aufgabe ist: zu prüfen, ob jemand den Ansprüchen genügt, die ein öffentliches Amt an ihn stellt; Fragen zu stellen, auf Antworten zu drängen. Dass er seine Glaubwürdigkeit verloren hatte, war Christian Wulff bis gestern offenbar egal.

Westdeutsche Allgemeine

Welche Rolle haben die Medien gespielt? Haben sie den Bundespräsidenten zur Strecke gebracht? Man sollte Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Christian Wulff hat sich zuallererst selbst zur Strecke gebracht.

Süddeutsche Zeitung

Es ist an der Zeit, dass eine Frau Bundespräsidentin wird. (...) Eine Frau, erfahren, unbestechlich, hochpolitisch, gäbe es ja. Sie heißt Angela Merkel und regiert jetzt schon, als wäre sie auch Präsidentin. Es wird nicht so kommen, aber eine Bundespräsidentin Merkel - das hätte was.

Hamburger Abendblatt

Es braucht einen klaren Schnitt und einen Kandidaten, der sich maximal von seinem Vorgänger unterscheidet. Das heißt vor allem: Ins Schloss Bellevue muss diesmal eine Frau einziehen. (...) Und die Ära Wulff? Sie wird am Ende trotz kurzer Dauer und etlicher Patzer nachwirken.

Stuttgarter Zeitung

Es gibt Dutzende von Politikern, die ein ganzes Berufsleben ihre Ämter untadelig ausfüllen, weil sie über den nötigen Instinkt verfügen und Regeln einhalten, wie sie auch für einen Dorfbürgermeister oder für einen Beschäftigten eines x-beliebigen Unternehmens gelten.