Kälterekorde

Mehr als 300 Kältetote in Europa - im Osten bleibt es dramatisch

In Deutschland werden bisherige Kälterekorde aus dem Eiswinter 1956 übertroffen, richtig dramatisch ist die Situation aber weiterhin in Osteuropa.

Allein in Polen hat die extreme Kälte am Dienstag sechs weiteren Menschen das Leben gekostet. Damit stieg die Zahl der Kältetoten in dem Land seit Beginn der jetzigen Kältewelle Ende Januar auf insgesamt 68. Und das, obwohl die Nacht zu Dienstag mit minus zwölf Grad deutlich wärmer war als die vergangenen Nächte. Dem Megawinter fallen vor allem Obdachlose zum Opfer. In Rumänien waren es mindestens 34, in Russland wurden mehr als 60 Kältetote gezählt. In Litauen kletterte die Zahl der Kälteopfer auf zwölf. Insgesamt starben europaweit bislang mehr als 300 Menschen in der Kälte.

Aufgrund defekter Ofenheizungen oder Heizlüfter gab es in Polen zudem weitere Fälle von Kohlenmonoxidvergiftungen. Nach Angaben der polnischen Polizei erlitten allein seit Montag 22 Menschen Vergiftungen, zwei davon starben.

Auch in Tschechien gab es einen weiteren Kältetoten. In einer Holzhütte in einem Vorort von Prag erfror laut Polizei ein 44-jähriger Mann. So starben in dem Land bereits rund 20 Menschen durch die klirrende Kälte. Wie in der Nacht zuvor sank die Temperatur in Kvilda nahe der deutschen Grenze auf minus 39,4 Grad.

In Bosnien starb nach Behördenangaben ebenfalls erneut ein Mensch aufgrund der Kälte. Damit stieg die Zahl der Kältetoten auf dem Balkan auf 19, seit dort vergangene Woche die extremen Minustemperaturen eingesetzt hatten. Am stärksten betroffen war Serbien mit insgesamt zehn Toten. Vier Menschen starben in Bosnien, drei in Kroatien und jeweils einer in Montenegro und Mazedonien. Mehr als 70 000 Menschen in entlegenen Bergdörfern der Region sind wegen des Schnees zudem seit mehreren Tagen von der Außenwelt abgeschnitten. Im Süden Bosniens konnte ein Rettungshubschrauber wegen eines Schneesturms nicht abheben.

Auch Südeuropa macht die Kälte zu schaffen: In Italien starben am Dienstag zehn Menschen, die Zahl der Toten erhöhte sich damit dort auf insgesamt 40. Aus Frankreich wurden vier Tote gemeldet.