Großbritannien

Eine schrecklich nette Königsfamilie

Familienbewusstsein ist der Queen in die Wiege gelegt worden. Ihre Mutter, die "Queen Mum", hat das Bild der Königsfamilie als Vorbild für die Nation sozusagen erfunden. Doch so mancher der lieben Verwandten fällt gern mal aus der Rolle.

Prinz Charles

Das Ausmaß des Skandals um die Ehe ihres ältesten Sohnes Prinz Charles mit Prinzessin Diana sucht seinesgleichen. Als im Dezember 1992 die Trennung bekannt wird, schmücken Details über Dianas angeblich albtraumhaftes Leben bei den Royals und ihre Affären die Boulevardblätter. Auch unvergessen die Nachricht von Charles an Camilla Parker-Bowles: Ihr Tampon wolle er sein und in ihrem Höschen leben. Als Diana 1997 bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird der Queen endgültig Herzlosigkeit vorgeworfen. Erst nach einer beispiellosen Ansprache erholt sich ihr Ruf langsam. Heute bereitet höchstens noch Charles' geringe Beliebtheit beim Volk Sorgen.

Prinz Andrew

Er gilt als Lieblingssohn der Queen, angeblich verzeiht sie ihm alles - was auch nottut. Ebenfalls 1992 geht seine Ehe mit Sarah "Fergie" Ferguson in die Brüche, es tauchen Fotos auf, die "Fergie" oben ohne zeigen, mit einem Mann, der ihre Zehen küsst. Auch danach produziert Andrew Skandale. Im Sommer 2011 beispielsweise tritt Andrew als Außenhandelsbeauftragter der Regierung zurück: Er soll statt Linienflügen teure Privatjets genommen haben und pflegte angeblich Bekanntschaften mit Waffenschmugglern.

Prinzessin Anne

Ihre einzige Tochter, Prinzessin Anne, hat der Queen öffentlich kaum Sorgen bereitet. Ausnahme war - mal wieder - das Jahr 1992. Im März lässt sie sich von Mark Phillips scheiden, im Dezember heiratet sie Timothy Laurence.

Prinz Edward

Der jüngste Sohn der Queen war zwar immer recht brav, seine Frau Sophie Wessex aber sorgt 2001 für eine Krise. Sie fällt auf einen als Scheich verkleideten Reporter herein, der sich als möglicher Kunde ihrer PR-Firma ausgibt. Ihre abfälligen Äußerungen über Prinzessin Diana, Prinz Charles, die Queen Mum und Premierminister Tony Blair werden zum "Sophiegate"-Skandal.

Prinz Philip

Ihr Ehemann gilt als größte Stütze der Queen. In der Öffentlichkeit allerdings ist er auch für unpassendes Verhalten bekannt. Den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl nennt er "Reichskanzler". Britische Studenten in China warnt er: "Wenn ihr noch länger hierbleibt, bekommt ihr auch Schlitzaugen."

Prinz Harry

In letzter Zeit ist es um den als "Party-Prinzen" verschrienen Enkel der Queen ruhig geworden, doch einige Jugendsünden hat er vorzuweisen. Fotos von Saufgelagen, Frauengeschichten und ein Auftritt im Nazi-Kostüm 2005 gehören dazu.

Prinz William

Fehltritte sucht man bei dem zweiten der britischen Thronfolge vergebens. William soll seiner Oma sehr ähnlich sein, die beiden sollen bestens miteinander auskommen. Mit Kate an der Seite könnte er in die Fußstapfen von Oma und Uroma treten und das öffentliche Bild der perfekten "Royal Family" wiederherstellen.