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Schulden, Iran und Kim Jong-il

Reiseplan Im Mittelpunkt des zweitägigen Besuches der Kanzlerin steht die Lage der Weltwirtschaft und dabei insbesondere die Schuldenkrise in Europa. Merkel will bei Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao um Investitionen in Deutschland und für den Euro-Rettungsschirm werben. "Chinas Investitionen sind willkommen" sei laut einem hohen Regierungsbeamten eine zentrale Botschaft. Das starke Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft ist ein wichtiger Motor für die schwächelnde Weltkonjunktur.: Die schuldengeplagten europäischen Staaten und die Architekten des Euro-Rettungsschirmes buhlen um die Milliarden, die China in seinen weltgrößten Devisenreserven angehäuft hat.

Rede Die Kanzlerin wird am Donnerstag politische Gespräche in Peking führen und am Freitag nach Guangzhou (Kanton) in Südchina weiterreisen. In Peking wird Merkel eine Rede an der Akademie der Sozialwissenschaften halten. Weitere Themen sollen die Entwicklung in Nordkorea nach dem Tod von Kim Jong-il und der Streit über das iranische Atomprogramm und den Ölboykott sein.

Wirtschaftsbeziehungen 2010 exportierten deutsche Unternehmen Waren für 53,6 Milliarden Euro in das kommunistisch regierte China. Im Vergleich zum Jahr zuvor entsprach das einem Plus von 43,9 Prozent. Die Einfuhren lagen 2010 bei 76,5 Milliarden Euro (35,0 Prozent mehr als 2010). Aus der Bundesrepublik werden besonders Maschinen, Anlagen, elektrotechnische Produkte und Autos nach China verkauft.

Urheberrechtsverletzung Direktinvestitionen deutscher Unternehmen beliefen sich 2010 auf 697 Millionen Euro nach 857 Millionen in 2009. Viele deutsche Unternehmen beklagen einen schlechten Marktzugang, ungleiche Wettbewerbsbedingungen, mangelnde Transparenz und Rechtsunsicherheit. Schlechter Schutz des geistigen Eigentums ist zudem ein großes Problem.