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Zufallsfund Protokoll

Zufall Beinahe hätte die Welt nie erfahren, was auf der Staatssekretärskonferenz am 20. Januar 1942 besprochen wurde. Denn nur ein einziges der 30 Exemplare des Protokolls überstand die Vernichtung im März und April 1945. Es handelt sich um Exemplar Nr. 16, verschickt an Martin Luther, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt (AA). Mitarbeiter der Alliierten fanden das Papier im Frühjahr 1947 zufällig in Berlin. Warum aber entging gerade dieses Exemplar der Vernichtung?

Streit Grund ist eine wenig bekannte Auseinandersetzung im Machtapparat Hitler-Deutschlands. Der Leiter der Deutschland-Abteilung des AA, der überzeugte Nazi Luther, intrigierte 1942/43 gegen seinen Chef, Außenminister Joachim von Ribbentrop. Luther schürte gern intern Personalquerelen, vorzugsweise gegen die SS-Mitglieder im Amt.

Festnahme Dennoch wandte er sich, als er sich stark genug fühlte, Ribbentrop zu stürzen, ausgerechnet an den SS-Chef. Doch er hatte sich verrechnet: Heinrich Himmler ließ Luther festnehmen. Seine Akten wurden ausgelagert, wohl zur Vorbereitung einer Anklage. Deshalb konnten sie 1945 nicht beseitigt werden.