Info

Das Geschäft mit den Kreuzfahrten

Jungfernfahrt Die "Costa Concordia" mit ihren 112 000 Registertonnen ging erst vor knapp sechs Jahren als größtes Kreuzfahrtschiff Italiens auf Jungfernfahrt. Mittlerweile sind Passagierzahlen um die 3000 auch im europäischen Kreuzfahrtgeschäft normal. In den USA gibt es Schiffe, die über 6000 Gäste plus Crew aufnehmen können.

Reederei Die Stromkapazitäten an Bord "Costa Concordia" könnten eine Stadt von 50 000 Einwohnern versorgen. Die verlegten Kabel auf dem damaligen Prunkstück der Genueser Schiffswerft Sestri Ponente sind zusammen etliche Hundert Kilometer lang. Das Schiff gehört der Reederei Costa Crociere mit Sitz in Genua und ist eine der zwölf Kreuzfahrtgesellschaften der amerikanischen Carnival Corporation.

Marktführer Carnival ist der weltgrößte Anbieter von Kreuzfahrten. Auch die größte deutsche Reederei Aida Cruises mit Sitz in Rostock gehört zu dem US-Unternehmen. Aida ist - vor Hapag-Lloyd und TUI Cruises - Marktführer in Deutschland.

Deutsche Seit etwa zehn Jahren machen auch immer mehr Deutsche Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Es sind zwar immer noch weniger als in den USA, aber auch hierzulande reisen immer mehr junge Leute und auch Familien zu einem Hafen in Norddeutschland, Spanien oder Italien - und steigen dann für ein paar Tage oder Wochen aufs Schiff um.

1,5 Prozent der Urlauber in Deutschland machen eine Kreuzfahrt, in den USA sind es sogar fünf Prozent. Nach ersten Zahlen des Deutschen Reiseverbandes ist der Kreuzfahrtenmarkt in Deutschland in 2011 mit einem Umsatzplus (2010: zwei Milliarden Euro) von rund zwölf Prozent wieder stärker gewachsen als alle anderen Urlaubsformen. Und das nicht durch höhere Preise, sondern wesentlich durch deutlich mehr Passagiere.

Passagiere Im Vorjahr hatten über 1,6 Millionen Gäste aus Deutschland eine Hochsee- oder Flusskreuzfahrt gebucht. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Passagierzahl allein bei den Fahrten auf den Weltmeeren verdreifacht.

Mittelmeer Beliebtestes Reiseziel bei Hochseekreuzfahrten ist das westliche Mittelmeer, also genau da, wo die "Costa Concordia" havariert ist. Bei den Hochseekreuzfahrten bleiben die Passagiere rund 9,3 Tage an Bord, der Reisepreis beträgt im Schnitt 1696 Euro.