Anschläge auf Christen

Malaysia

Nur knapp neun Prozent der Malaysier sind Christen. Offiziell werden in Malaysia alle Religionen gleich behandelt, doch die Realität sieht anders aus.

Ein Beispiel: 2004 hatte ein Ministerium eine landesweite Weihnachtsfeier organisiert, doch wurden christliche religiöse Symbole und Lieder, die Jesus Christus erwähnten, nicht erlaubt.

Der Islam ist Staatsreligion, und damit genießt er offizielle und inoffizielle Privilegien. In den letzten Jahren nahm die Radikalisierung der Muslime stetig zu, die Diskriminierung wird schlimmer. Von Islamisten angezündete Kirchen machten Schlagzeilen.

Eines der heikelsten Themen ist die Konvertierung zwischen Islam und Christentum. Die Verfassung garantiert in Artikel 11 zwar Religionsfreiheit, doch sie verbietet strikt jede Form der Missionierung von Muslimen.

Hinzu kommt, dass die meisten Christen in Malaysia den ethnischen Gruppen der Chinesen und Inder angehören - jenen Gruppen, die im Gegensatz zu den Malayen häufig besser gebildet und geschäftlich erfolgreicher sind. Das schafft böses Blut, das ein Ventil braucht. Nationale Streits wie etwa die Frage, ob Christen ihren Gott auch Allah nennen dürfen, sind bezeichnend für die Spannungen zwischen den Religionen.