Anschläge auf Christen

China

Es ist noch ein "langer Weg für China und den Vatikan, die Probleme zwischen ihnen zu lösen". Das 2011 von der Akademie für Sozialwissenschaften herausgegebene "Blaubuch über Religion" ist das erste offizielle Eingeständnis, dass sich die Lage für die Katholiken im Schisma zwischen Papst und Peking nicht verbessert hat.

Nicht nur romtreue Katholiken leiden darunter. Viele ihrer Untergrund-Bischöfe kommen immer wieder in Haft. Zwölf Millionen Katholiken nennt das Blaubuch erstmals amtlich als Gesamtzahl. Die Gesamtzahlen steigen kaum, die Kluft hat sich vertieft, nachdem Peking 2011 die Wahl von drei neuen Bischöfen durchsetzte, die der Vatikan nicht anerkennt. Zwei wurden erstmals exkommuniziert. Insgesamt dienen der offiziellen Kirche heute 68 Bischöfe (acht ohne Segen des Vatikans).

Die in sich zerrissene katholische Kirche kommt nicht zur Missionierung und stagniert in ihrer Entwicklung ausgerechnet in einem Land, indem heute mindestens jeder fünfte Chinese wieder gläubig ist. 280 bis 330 Millionen Menschen rechnen sich einer der fünf großen Glaubensgemeinschaften zu, überwiegend dem Buddhismus. Anders als die katholische Kirche wächst die Mission der Protestanten um jährlich 400 000 Gläubige.