Anschläge auf Christen

Algerien

In Algerien leben nach Angaben der Vereinten Nationen rund 200 000 Christen. Weniger als ein Prozent bei einer Gesamtbevölkerung von 35 Millionen. Ihre Schreckenszeit haben die algerischen Christen bereits hinter sich.

Nachdem die Islamistische Heilsfront (FIS) Ende 1991 die Wahlen gewonnen hatte, übernahm das Militär die Macht. Als Folge brach ein fast zehn Jahre andauernder Bürgerkrieg zwischen Armee und FIS aus. Heute ist allerdings weitgehend Ruhe eingekehrt. Für Aufregung sorgt aktuell aber der Fall eines arabischen Christen, der im April verhaftet und zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 200 000 Dinar (2000 Euro) verurteilt worden war. Siagh Krimo habe missioniert, als er seinem Nachbarn eine CD über das Christentum gab. Dabei soll er auch noch den Propheten Mohammed beleidigt haben. Laut Artikel 144 des Strafgesetzbuchs ist es ein schweres Vergehen, wenn man den von Gott Gesandten herabwürdigt. Missionierung ist eine empfindliche Angelegenheit in Algerien wie auch in anderen Staaten Nordafrikas. Fundamentalistische Organisationen, meist aus den USA, senden seit Jahren vermehrt fanatische Missionare in den Maghreb, die inoffiziell und im Untergrund neue Glaubensbrüder gewinnen wollen.