Anschläge auf Christen

Katar und die Emirate

Wer die Einwohner Katars treffen will, kann am Abend in die katholische Rosenkranzkirche im Süden der Hauptstadt Doha gehen. Sie ist das bisher einzige christliche Gotteshaus in dem Golfemirat. Vor gut drei Jahren wurde sie eingeweiht.

Eine griechisch-orthodoxe und eine koptische Kirche sind noch im Bau. Außerdem entstehen Gemeindehäuser und ein anglikanisches Gebetszentrum. In einem Land, das mehr als 1400 Jahre nur Moscheen kannte, entsteht nun christliches Gemeindeleben. In den Bänken der Rosenkranzkirche knien Frauen in bunten Saris aus Indien und Sri Lanka, Koreaner in schwarzen Anzügen und Südamerikaner mit den unvergleichlichen Indio-Gesichtern. Gottesdienste werden hier in 28 Sprachen abgehalten.

Während in den anderen arabischen Ländern die Christen immer weniger werden, nimmt ihre Zahl in den Golfstaaten kontinuierlich zu. Laut Angaben der päpstlichen Missionswerke "Mondo e Missione", verzeichnet die katholische Kirche seit zwei Jahrzehnten einen ungebrochenen Anstieg von Christen auf der Arabischen Halbinsel. Grund dafür sind die vielen Fremdarbeiter, die sich die reichen Ölstaaten in ihre Länder holen. In Katar ist der Ausländeranteil besonders hoch: Von den 1,6 Millionen Einwohnern, die auf der Halbinsel im Persischen Golf leben, sind 80 Prozent Ausländer. Davon sollen 600 000 Christen sein.