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Austritte belasten die beiden großen Kirchen

Skandale Seit Jahren verlieren die beiden großen Kirchen in Deutschland Mitglieder. Vor allem die katholische Kirche hat Probleme, unter anderem wegen der Missbrauchsskandale in den vergangenen Jahren. Ende 2010 waren rund 23,9 Millionen Deutsche in der evangelischen Kirche und rund 24,7 Millionen in der katholischen.

Gläubige Nach Angaben der katholischen Bischofskonferenz traten 2010 181 193 Gläubige aus, nach 123 681 ein Jahr zuvor. Die evangelische Kirche verließen im vergangenen Jahr geschätzt rund 150 000 Mitglieder. 2009 waren es 148 500, wie die Evangelische Kirche in Deutschland meldete.

Millionen Offenbar droht den beiden großen Kirchen noch eine Austrittswelle. Nach einer Umfrage des Heidelberger Sinus-Instituts wollen rund eine Million Menschen in Deutschland aus ihrer Kirche austreten. Zusammen mit denjenigen, die über einen Austritt nachdenken, sieht das Institut "ein Schwundpotenzial von mehr als fünfeinhalb Millionen".

12,1 Prozent der Protestanten sind danach noch unentschlossen, können sich den Austritt aber vorstellen. Bei den Katholiken sind es 9,9 Prozent. Bereits sicher sind 3,2 Prozent der Protestanten und 1,6 Prozent der Katholiken, dass sie der Kirche den Rücken kehren.

Erziehung 59 Prozent der Befragten bezeichneten sich als religiös. Ein Drittel fühlte sich mit seiner Kirche verbunden. Ein Fünftel gab an, regelmäßig einen Gottesdienst zu besuchen. Zwei Fünftel der deutschen Bevölkerung glauben, es sei wichtig für Kinder, dass sie religiös erzogen werden.