Nachfolger

"Ein geselliger Typ"

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Ein gut vernetzter Mann mit klaren Ansagen, so wird Patrick Döring beschrieben. Außerdem sei er ein "geselliger Typ". FDP-Chef Philipp Rösler stellte den bisherigen Schatzmeister Mittwochabend als neuen Generalsekretär der Liberalen vor. Der 38-jährige Döring hatte Rösler nach etwas Bedenkzeit seine Bereitschaft zugesagt, die Nachfolge von Christian Lindner zu übernehmen.

Er fühle sich "sehr geehrt" und lasse sich gerne in die Pflicht nehmen, sagte Döring in einer kurzen Stellungnahme. Er wolle das neue Amt "mit großer Energie und großem Ehrgeiz" angehen. Die FDP müsse wieder zu Geschlossenheit zurückfinden. Es gebe viel Platz für liberale Positionen in der deutschen Parteienlandschaft. "Und deshalb gilt es, gemeinsam mit der gesamten Parteiführung, unseren Bundesministern und den erfolgreichen Landesregierungen kampagnenfähig, geschlossen und stark die Fahne der stolzen liberalen Partei spätestens an Dreikönig wieder aufzurichten", kündigte Döring an.

Der Niedersachse gehört seit 2005 dem Bundestag an und ist seit 2010 stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er gilt als enger Vertrauter von Parteichef Philipp Rösler. "Die beiden verstehen sich blind", sagt der niedersächsische FDP-Abgeordnete Christian Grascha.

Rösler betonte dann auch, Döring sei tief verankert an der Parteibasis. Er sei fest davon überzeugt, dass es mit dem neuen Generalsekretär gelingen werde, die Kampagnenfähigkeit der Parteizentrale schnell wiederherzustellen und die Basis zu motivieren, so Rösler.

Döring wurde am 6. Mai 1973 in Stade geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften in Hannover. Anschließend übte er verschiedene Tätigkeiten in der Versicherungswirtschaft aus. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn und im Beirat der Deutschen Flugsicherung. In der FDP übernahm er 2011 das Amt des Bundesschatzmeisters. Politische Weggefährten in Niedersachsen bezeichnen den Jazzliebhaber und Saxofonspieler Döring als einen, der Probleme deutlich anspreche - sie aber am liebsten gemeinschaftlich löse.

Schon einmal war Döring im Gespräch für den Posten des Generalsekretärs der FDP. Damals machte jedoch Lindner das Rennen. Nun scheint der Diplom-Ökonom vielen in der Partei als der am besten geeignete Kandidat. Trotzdem sprechen viele Liberale von einer neuen Führungskrise und befürchten weitere Personaldebatten.

( dpa )