CDU

Wie reagiert der mächtige Kreisverband Steglitz-Zehlendorf?

In der Südwest-CDU hat in den vergangenen Tagen große Aufregung geherrscht. Die Vorwürfe gegen den Kreisvorsitzenden Michael Braun erregten die Parteibasis nachhaltig. Sie waren auch das Hauptthema bei den zahlreichen Weihnachtsfeiern der Ortsverbände in den vergangenen Tagen.

Wie sich der Rücktritt Brauns auf seine Parteikarriere auswirkt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. "Am kommenden Montag haben wir unsere reguläre Sitzung des Kreisvorstandes", sagte der Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU). "Da werden wir sehen, wie es weitergeht." Die Partei werde sich in Ruhe überlegen, wie sie sich personell bestmöglich aufstelle. Partei-Insider gehen davon aus, dass Braun als Folge seines Ausscheidens aus dem Senat auch den Posten des Kreisvorsitzenden verlieren kann.

Die CDU in Steglitz-Zehlendorf ist ein kompliziertes Gebilde. Braun gilt ebenso als wichtiger Strippenzieher hinter den Kulissen wie der Bundestagsabgeordnete des Bezirks, Karl Georg Wellmann. Beide sind nicht zimperlich, wenn es darum geht, Partei-Karrieren zu befördern oder zu verhindern. Wie das Ränkespiel um die Macht nun mit Braun selbst weitergeht, wird von den Gesprächen in den Hinterzimmern abhängen. Der Aufruhr an der Parteibasis wird sich allerdings mit einem Kreisvorsitzenden Braun schwer stoppen lassen. Eine Zwickmühle: Die Parteispitze will Braun nicht fallen lassen, mit ihm an der Bezirksspitze wird es aber weiter Ärger geben.

Die Steglitz-Zehlendorfer Union ist ein Schwergewicht der Berliner CDU, in diesem Kreisverband gibt es die meisten Mitglieder. Ohne sie - und die starken Kreisverbände Charlottenburg-Wilmersdorf und Pankow - können wichtige Entscheidungen nicht getroffen werden. Der Bezirk stellt sechs der 39 CDU-Abgeordneten im Parlament. Neben Braun vertreten auch Cornelia Seibeld, Oliver Friederici, Joachim Luchterhand, Christian Goiny und Uwe Lehmann-Brauns den Bezirk im Abgeordnetenhaus.