Kyoto-Protokoll

7148 Delegierte und ein Ergebnis

Der 17. Klimagipfel der Vereinten Nationen dauerte zwölf Tage. In Durban verhandelten 7148 Delegierte aus 193 Ländern. Insgesamt gab es 15 893 Teilnehmer. Die Konferenz kostete Südafrika rund 29 Millionen Euro.

Der Veranstaltungsort Durban rechnete mit zusätzlichen Einnahmen von 55 Millionen Euro. Der "ökologische Fußabdruck" der Konferenz: 15 000 Tonnen Kohlendioxid.

Überraschend gab es ein Ergebnis: Die Abschlusserklärung umfasst mehrere Hundert Seiten. Sie enthält viele Einzelaspekte. Bedeutend sind unter anderem:

Kyoto-Protokoll Ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls von 1997 soll erst bei der nächsten Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Katar 2012 ausgearbeitet werden. Die neue Vereinbarung darüber, weniger Treibhausgase auszustoßen, könnte dann von 2013 an greifen. Das Kyoto-Protokoll läuft im kommenden Jahr aus. Die Delegierten ließen jedoch offen, ob die nächste Periode bis 2017 oder bis 2020 dauern soll. Im nächsten Jahr müssen die Reduktionsziele der einzelnen Länder in das Abkommen geschrieben werden. Die EU und andere Staaten, die sich zum Kyoto-Prozess bekennen, stoßen jedoch nur rund 15 Prozent der globalen Treibhausgase aus. Die USA, einer der größten Erzeuger von Treibhausgasen, haben das Protokoll unterschrieben, aber nicht in Kraft gesetzt.

Klimaschutz-Mandat Bis spätestens 2015 soll ein Abkommen vereinbart werden, das auch die Klimaziele von Staaten erfasst, die das Kyoto-Protokoll nicht anwenden. Dazu zählen die USA, China und Indien. Das neue Abkommen soll 2020 in Kraft treten. Ob es einmal mit dem Kyoto-Prozess zusammengefasst wird, ist offen. Über die rechtliche Verbindlichkeit wurde in Durban bis zuletzt gestritten. Die Kompromissformel, eine "Vereinbarung mit Rechtskraft" ("outcome with legal force"), gilt Klimaschützern als zu schwach.

Finanzen Der grüne Klimafonds soll von 2020 an jährlich 100 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) für Entwicklungsländer bereitstellen, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Zudem werden klimafreundliche Projekte unterstützt. Den Fonds einzurichten wurde bereits beim Klimagipfel im vergangenen Jahr in Cancún (Mexiko) beschlossen. In Durban vereinbarten die Delegierten ein Arbeitsprogramm für 2012, um den Fonds funktionsfähig zu machen, etwa um Personal einzustellen. Um den Sitz bewarben sich unter anderem Deutschland und Mexiko. Der Vorschlag, auch Abgaben auf Schiffs- und Flugverkehr zu nutzen, um die 100 Milliarden Dollar aufzubringen, wurde aus dem Abschlusspapier gestrichen.

Waldschutz Die Texte zum Waldschutz wurden nicht wesentlich vorangetrieben. Im Finanzfonds ist dafür kein Geld vorgesehen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Geld für die Urwälder von Kraftwerken und Industrie kommt, die dann im Gegenzug ihren eigenen Treibhausgasausstoß nicht mehr so stark verringern müssten. Weil Wald viel Kohlendioxid aufnimmt, könnte das die Verschmutzungsrechte noch verbilligen.