Justiz

Enthaupten, hängen, elektrischer Stuhl - Todesstrafe in 59 Staaten

Weltweit wenden noch 59 Staaten die Todesstrafe an. Laut Amnesty International haben 96 Staaten die Todesstrafe mittlerweile vollständig abgeschafft, 34 Staaten wenden sie zumindest in der Praxis nicht mehr an, auch wenn sie noch im Gesetz steht.

Neun Staaten wenden die Todesstrafe nur noch für Straftaten wie Kriegsverbrechen oder Vergehen gegen das Militärrecht an. Insgesamt werden demnach in 139 Staaten keine Straftäter mehr hingerichtet. Das heißt, dass es in mehr als zwei Drittel aller Staaten keine Todesstrafe mehr gibt - allerdings lebt laut Amnesty nur ein Drittel der Weltbevölkerung in diesen Staaten.

Im Jahr 2010 sind mindestens 527 Gefangene in 23 Staaten exekutiert worden. 2009 waren es sogar 718. Der Bericht der Menschenrechtsorganisation enthält allerdings nicht die Todesstrafen, die in China durchgeführt worden sind. Das Land weigert sich weiterhin, Auskunft zu geben. Menschenrechtler gehen davon aus, dass in China in 2010 tausende Menschen hinrichtet worden sind. Zum Tode verurteilt wurden im vergangenen Jahr 2024 Menschen in 67 Ländern (2009: 2001).

Auch die Hinrichtungsmethoden, die 2010 vermutlich angewendet worden sind, listet Amnesty auf: Enthaupten (Saudi-Arabien), elektrischer Stuhl (USA), Giftinjektion (China, USA), Erschießen (unter anderen China, Jemen, Nordkorea, USA) und Hängen (unter anderen Ägypten, Bangladesch, Irak, Iran, Japan).

Immer noch würden laut Amnesty auch Minderjährige zum Tode verurteilt, obwohl internationale Menschenrechtsverträge dies verbieten. Seit 1990 seien in neun Staaten straffällig gewordene Jugendliche hingerichtet worden, darunter in China, Nigeria, Saudi-Arabien und in den USA. Die Vereinigten Staaten haben diese Praxis aber mittlerweile verboten. Soweit bekannt, sind in den vergangenen zehn Jahren weltweit 88 zur Tatzeit Minderjährige exekutiert worden.

( BM )