Ingeborg Junge-Reyer und Jürgen Zöllner

Abschiedsgrüße der Ex

Am Montag hat Ingeborg Junge-Reyer (SPD) zum letzten Mal als Senatorin den Grundstein für eines der unzähligen Bauprojekte, die sie in ihrer siebeneinhalbjährigen Amtszeit begleitet hat, symbolisch festgeklopft.

"Wie oft ich das gemacht habe, kann ich gar nicht sagen", sagt die scheidende Senatorin am Rande der Baustelle für ein neues InterCity-Hotel am Hauptbahnhof. "Ich habe jedenfalls in den vergangenen Jahren eine sehr umfangreiche Sammlung von Bauhelmen zusammengetragen", so die 65-Jährige, die ihren Schreibtisch in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr am Fehrbelliner Platz bereits aufgeräumt hat. Das Ressort habe sie zwar mit großer Leidenschaft geleitet - doch traurig sei sie über ihren Abschied aus dem Senat nicht: "Jetzt habe ich endlich mal Zeit für mein Privatleben", sagt Junge-Reyer, die mit ihrem Mann und Freunden in einer Wohngemeinschaft in Frohnau lebt. Sie werde immer ein politisch interessierter Mensch sein. "Doch ich habe nicht vor, mich in die Arbeit meines Nachfolgers einzumischen", beteuert sie. Aus diesem Grund wolle sie sich auch nicht in Vereinen oder Gremien, die sich mit dem Thema Stadtentwicklung befassen, engagieren. Dabei ziehe sie persönlich eine positive Bilanz ihrer Senatskarriere: "Der Straßenverkehr in Berlin ist sicherer geworden, und wir haben trotz der problematischen Situation bei der S-Bahn einen leistungsfähigen Nahverkehr."

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) will sich offenbar nicht ganz aus dem politischen Geschehen Berlins zurückziehen. Zwar wollte er am Montag nichts zu seinen Zukunftsplänen sagen - angekündigt hatte er aber bereits vor Wochen, dass er sich eine Aufgabe im Wissenschaftsbereich vorstellen könnte. Dabei wäre es durchaus verständlich, wenn der 66-Jährige sich zur Ruhe setzen würde. Schließlich hat er in den vergangenen fünf Jahren in seiner Position als Bildungssenator vor allem Geschimpfe einstecken müssen. Zwar hat er eine moderne Schulstruktur ohne Hauptschulen eingeführt, in den Kitas mehr Erzieher eingestellt und mit einer neuen Stiftung den Universitäten der Hauptstadt auf Dauer zusätzliche Gelder erschlossen. Als Sieger wurde er trotzdem nicht wahrgenommen. Auf seiner Abschiedspressekonferenz wertete Zöllner es allerdings als persönlichen Erfolg, dass SPD und CDU den Schulfrieden ausgerufen haben. "Da kann ich ja nichts falsch gemacht haben, wenn jetzt keine großen Veränderungen nötig sind."