Björn Böhning

Wowereits vertrauter Chefstratege

Die Besetzung der vakanten Stelle des Chefs der Senatskanzlei mit Björn Böhning ist eine erwartete Personalie des Regierenden Bürgermeisters. Böhning gilt als einer der wenigen Vertrauten Wowereits und als junger, aufstrebender Sozialdemokrat.

Wowereit hatte ihn nach seiner Wiederwahl 2006 aus der SPD-Bundeszentrale im Willy-Brandt-Haus als Chefstrategen ins Rote Rathaus geholt. Der ehemalige Juso-Chef sollte die großen Themen für die zweite rot-rote Koalition ausarbeiten und leitete seitdem das Grundsatz- und Planungsreferat.

Einen Dämpfer erlitt die Karriere Böhnings bei der Kandidatenaufstellung zur Bundestagswahl 2009. Die SPD ließ den Sozialdemokraten durchfallen und nominierte stattdessen den in Berlin populären Klaus Uwe Benneter. Danach wurde es ruhiger um den 33-Jährigen. Erst in den Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen trat er wieder in den Vordergrund, als er in mehreren Verhandlungsrunden dabeisaß. Böhning gilt als Vertreter des linken Parteiflügels.

Der Posten des Chefs der Senatskanzlei war zuletzt unbesetzt, weil Barbara Kisseler nach der Hamburg-Wahl im Februar dieses Jahres als Kultursenatorin in die Hansestadt wechselte.

Erst vor zwei Wochen hatte Björn Böhning seinen Posten als Bundesvorsitzender der SPD-Linken aufgegeben. Seinen Kollegen gab er "private Gründe" an, die zur Amtsniederlegung geführt hätten. Offenbar will er sich nun künftig ganz der Berliner Politik und der Zusammenarbeit mit dem Regierenden Bürgermeister widmen.